Russland: Bereits der zweite Arzt von Alexei Nawalny verstorben
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RusslandBereits der zweite Arzt von Alexei Nawalny verstorben

Im Sommer letztes Jahr retteten die Notfallärzte dem Oppositionspolitiker Alexei Nawalny das Leben, nachdem dieser vergiftet worden war. Jetzt ist auch ein zweiter beteiligter Mediziner tot.

von
Patrick McEvily
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Rustam Agischew (63) verstarb am 26. März, wie das Spital in Omsk mitteilte. 

Rustam Agischew (63) verstarb am 26. März, wie das Spital in Omsk mitteilte.

Screenshot / Omsk Emergency Hospital
Bereits im Februar war mit Sergej Maximischin (53) ein weiterer an der Rettung Nawalnys beteiligter Arzt verstorben.

Bereits im Februar war mit Sergej Maximischin (53) ein weiterer an der Rettung Nawalnys beteiligter Arzt verstorben.

Screenshot / Omsk Emergency Hospital
Die beiden arbeiteten in einer Notfallklinik in Omsk.

Die beiden arbeiteten in einer Notfallklinik in Omsk.

REUTERS

Darum gehts

  • Ein zweiter Arzt, der den russischen Oppositionspolitiker nach dessen Vergiftung behandelt hat, ist verstorben.

  • Der Leiter der Notfallstation des Spitals in Omsk wurde 63 Jahre alt, sein Chef 53.

  • Alexei Nawalny und seine Anhänger werfen der russischen Regierung vor, hinter der Attacke zu stehen.

Nachdem im Februar bereits ein weiterer beteiligter Arzt (53) verstorben war, meldet das Spital, in dem die beiden arbeiteten, nun den Tod des Leiters der Notfallstation Rustam Agischew (63). Der Leiter der Abteilung Traumatologie und Orthopädie hatte bereits vergangenen Dezember einen Schlaganfall erlitten. Die beiden Ärzte hatten dem russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny nach dessen Vergiftung im vergangenen Sommer das Leben gerettet.

Vor rund einem Monat war bekannt geworden, dass der Chefarzt des Spitals in der sibirischen Stadt Omsk Sergej Maximischin überraschend verstorben ist. Er war nur 53 Jahre alt geworden. Durch ihre Funktionen kannten sowohl Agischew als auch Maximischin die Krankenakte Nawalnys bestens. Wie «CNN» damals berichtete, war Maximischin an einem Herzinfarkt verstorben.

Alexei Nawalny beklagt Folter im Straflager

Alexei Nawalny war im vergangenen August während eines Inlandflugs von Tomsk, in Sibirien, nach Moskau im Flugzeug kollabiert. Nur wegen dem beherzten Eingreifen anderer Passagiere sowie der Ärzte vor Ort konnte er gerettet werden. Nach einem mehrwöchigen Reha-Aufenthalt in Deutschland kehrte er im Januar dieses Jahres zurück nach Russland und wurde prompt festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, einer Anhörung wegen Verstösse gegen Bewährungsauflagen ferngeblieben zu sein.

Der 44-jährige Nawalny ist der prominenteste Kritiker des Kremls und Staatspräsidenten Wladimir Putin. 2018 kandidierte er selbst für das Amt. 2013 wollte er Bürgermeister Moskaus werden. Ein Gericht in Moskau verurteilte ihn nach seiner Rückkehr im Februar zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, von welcher er zweieinhalb Jahre in einem Straflager absitzen muss. Zuletzt häuften sich Berichte, wonach Nawalny körperliche Beschwerden habe und am Schlafen gehindert werde.

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Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt im Moment eine zweieinhalbjährige Strafe in einem Straflager ab.

Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt im Moment eine zweieinhalbjährige Strafe in einem Straflager ab.

Instagram / navalny
Die Besserungskolonie 2, rund 100 Kilometer östlich von Moskau gelegen, ist berühmt-berüchtigt. Im Gefängnis sollen besonders brutale Umstände herrschen.

Die Besserungskolonie 2, rund 100 Kilometer östlich von Moskau gelegen, ist berühmt-berüchtigt. Im Gefängnis sollen besonders brutale Umstände herrschen.

REUTERS
Nawalny war am 17. Januar 2021 aus seinem Exil in Deutschland nach Moskau zurückgekehrt. 

Nawalny war am 17. Januar 2021 aus seinem Exil in Deutschland nach Moskau zurückgekehrt.

REUTERS

Aus dem Exil in Deutschland hatte der wieder genesene Nawalny nach seiner Vergiftung erklärt, dass er vom russischen Geheimdienst FSB vergiftet worden sei, was eine unabhängige Recherche bestätigte. Nawalnys Team veröffentlichte daraufhin eine Dokumentation, die eine riesige Privatresidenz Putins zeigte und dem Staatspräsidenten Korruption vorwarf.

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Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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