«Game Changer» Budesonid - Asthmaspray kann Risiko für schwere Coronaverläufe massiv reduzieren
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«Game Changer» BudesonidAsthmaspray kann Risiko für schwere Coronaverläufe massiv reduzieren

Forschende haben einen Wirkstoff identifiziert, mit dem milde Verläufe abgekürzt und schwere Verläufe sowie das Risiko für Spitaleinweisungen um bis zu 90 Prozent verhindert werden. Entsprechende Sprays gibt es bereits.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Bei der Behandlung von Corona-Patienten müssen Ärzte auf bekannte Mittel zurückgreifen. Jetzt kommt eine Studie zu dem Schluss, dass das herkömmliche Asthmaspray Budesonid helfen könnte. Die Erkenntnis wird als «Game Changer» bezeichnet. 

Bei der Behandlung von Corona-Patienten müssen Ärzte auf bekannte Mittel zurückgreifen. Jetzt kommt eine Studie zu dem Schluss, dass das herkömmliche Asthmaspray Budesonid helfen könnte. Die Erkenntnis wird als «Game Changer» bezeichnet.

REUTERS
Denn auch wenn die Welt seit mehr als  einem Jahr Kenntnis vom Coronavirus Sars-CoV-2 hat: Ein im grossen Stil verfügbares und wirklich effektives Medikament ist noch nicht gefunden. (Im Bild: ein geschlossener Markt in Wuhan, wo die Pandemie nach bisherigem Kenntnisstand ihren Anfang nahm.)

Denn auch wenn die Welt seit mehr als einem Jahr Kenntnis vom Coronavirus Sars-CoV-2 hat: Ein im grossen Stil verfügbares und wirklich effektives Medikament ist noch nicht gefunden. (Im Bild: ein geschlossener Markt in Wuhan, wo die Pandemie nach bisherigem Kenntnisstand ihren Anfang nahm.)

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Mittlerweile wird zwar in Teilen der Welt gegen den Erreger geimpft. Aber an Medikamenten, mit denen Covid-19-Patienten behandelt werden können, mangelt es jedoch noch immer.

Mittlerweile wird zwar in Teilen der Welt gegen den Erreger geimpft. Aber an Medikamenten, mit denen Covid-19-Patienten behandelt werden können, mangelt es jedoch noch immer.

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Darum gehts

  • Der in vielen Asthma-Sprays enthaltene Wirkstoff Budesonid könnte Druck aus der Pandemie nehmen.

  • Das berichten britische Forscher im Fachjournal «The Lancet».

  • Schon zwei Sprühstösse täglich könnten – rechtzeitig verabreicht – viel bewirken.

  • So gesunden mild erkrankte Covid-19-Patienten schneller, schwere Verläufe werden verhindert.

Vitamin D, Echinacea oder das weniger bekannte Colchicin? Oder vielleicht doch einfaches Gurgeln? In den letzten Monaten wurden schon so manche Präparate und Hausmittel zur Vorbeugung und Behandlung gegen das Coronavirus gepriesen. Doch als Lösung in der Pandemie hat sich bislang noch keines erwiesen.

Doch es scheint als sei ein solches nun gefunden, wie Forschende der University of Oxford berichten: Ihren Untersuchungen zufolge lassen sich mit Asthmasprays, die auf dem Wirkstoff Budesonid basieren, nicht nur milde Covid-19-Verläufe um einen Tag verkürzen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit von schweren Verläufen um 90 Prozent reduzieren. Dafür reichten schon zwei Sprühstösse täglich aus.

Ablauf der Studie

In der Studie wurden insgesamt 146 Probanden untersucht, die zu Beginn der Behandlung seit rund drei Tagen an Corona-Symptomen litten. Eine Gruppe bekam Budesonid, die andere Gruppe das Schmerzmittel Paracetamol. Gesponsert wurde die Studie laut ZDF vom schwedisch-britischen Pharmaunternehmen Astrazeneca, das den verwendeten Budesonid-Inhalator herstellt.

«Das wäre sehr bedeutsam!»

Schon als die Daten nur auf dem Preprint-Server Medrxiv publiziert waren, bekundeten Expertinnen und Experten grosse Hoffnungen: «Wenn sich diese Studie bestätigen sollte, wäre das sehr bedeutsam!», twitterte sogar Karl Lauterbach. Der Mediziner, der für die SPD im Deutschen Bundestag sitzt, ist in der aktuellen Pandemie eigentlich als Mahner und für seine Vorsicht bekannt. Er bezeichnete das Ergebnis der Arbeit als «plausibel».

Der Österreichische Lungenfacharzt Georg-Christian Funk pflichtete Lauterbach auf Diepresse.com (bezahlpflichtiger Inhalt) bei. Er riet sogar, die finalen Ergebnisse gar nicht abzuwarten, denn die Budesonid-haltige Sprays seien «günstig, ungefährlich und wirksam.» Zudem habe nicht nur die damit behandelte Person etwas davon. Auch das Gesundheitssystem profitiere, «da der Bedarf an Spitalbehandlungen um 90 Prozent reduziert» würde.

Dass die Fachmänner mit ihrer Einschätzung richtig lagen, bestätigt nun die Publikation der auch von unbeteiligten Forschenden begutachteten Studie im Fachjournal «The Lancet». Lauterbach bezeichnet die darin gewonnenen Erkenntnisse nun sogar als «Game Changer».

Lang erprobter Wirkstoff

Tatsächlich ist Budesonid schon lange im Einsatz: Normalerweise wird der zur Wirkstoffgruppe der Kortisone (Steroidhormone) zählende Wirkstoff zur Therapie von Heuschnupfen, Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und COPD sowie im Ausland auch gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn verschrieben. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind entsprechend bekannt.

Künftig könnte es auch bei an Corona Erkrankten das Leiden linden. Darauf deutet die von Mona Bafadhel und ihren Kollegen durchgeführte «Steroids in Covid-19»-Studie hin, an der 146 Patienten teilnahmen. Die Hälfte der Teilnehmer bekam über 28 Tage lang zweimal täglich einen Sprühstoss Budesonid verabreicht, die andere Hälfte wurde normal behandelt. Es zeigte sich, dass Spitalaufenthalte in bis zu 90 Prozent der Fälle verhindert werden konnten. Auch die typischen Corona-Symptome wie Fieber klangen schneller ab als bei den nicht mit Budesonid behandelten Patienten.

Wichtig sei aber, das betonen Hochschule und Forschende, dass die Behandlung innerhalb der ersten sieben Tage nach Auftreten der ersten Symptome erfolge.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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