Preonzo TI: «Berg bedroht unsere Zukunft»
Aktualisiert

Preonzo TI«Berg bedroht unsere Zukunft»

Weil bei jedem grösseren Regen ein Mega-Felssturz droht, fürchtet die Gemeinde Preonzo den Wegzug des Gewerbes.

von
Antonio Fumagalli
Die unsichere Felspartie hängt wie ein Damoklesschwert über Preonzo (Bild).

Die unsichere Felspartie hängt wie ein Damoklesschwert über Preonzo (Bild).

Bedrohlich lauert eine rund 700 000 Kubikmeter grosse Felspartie oberhalb der Industriezone von Preonzo im Hinterland von Bellinzona. «Es ist so gut wie sicher, dass der Berg eines Tages herunterstürzt. Nur weiss niemand wann», sagt der Tessiner Kantonsgeologe Giorgio Valenti. Sein Amt überwacht die Störzone seit den 1990er-Jahren mit Sensoren, im Normalfall verschiebt sie sich nur um wenige Zentimeter pro Jahr. «Wegen der starken Regenfälle ist es zurzeit aber rund ein Zentimeter pro Tag», so Valenti. Zu viel für die Tessiner Behörden: Sie liessen die direkt unterhalb des Felsens gelegene Industriezone bis Donnerstag sperren.

Für die lokalen Arbeiter eine schwierige Situation. «Wir sitzen zu Hause und haben Angst um unseren Arbeitsplatz», sagt ein Mitarbeiter der Kunststofffirma Ecotechnology. «Am liebsten wäre uns, wenn sich wie 2002 nur ein Teil des Felsens lösen würde, ohne gleich den ganzen Industriepark zu verschütten. So hätten wir für einige Zeit Ruhe.» Auch der Bürgermeister von Preonzo, Fabio Pasinetti, ist besorgt: «Der Berg bedroht unsere Zukunft. Aus Sicherheitsgründen werden die Betriebe in den nächsten Jahren ihren Standort wechseln müssen. Wir hoffen natürlich, dass sie in unserer Gemeinde bleiben.» Der Abgang der wichtigsten Steuerzahler wäre ein schwerer Schlag für Preonzo – und die wirtschaftliche Lebensader des 545-Seelen-Dorfes wäre weg.

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