Aktualisiert 10.12.2017 16:57

Adelboden

Bergbahn mit Skifahrern stand 20 Minuten still

In Adelboden blieb am Sonntagmorgen eine Gondelbahn stehen. dutzende Menschen steckten in den Kabinen fest. Grund für solche Zwischenfälle sind meist die schlechten Wetterbedingungen.

von
nla
Stillstand für hunderte von Leuten in Adelboden

Stillstand für hunderte von Leuten in Adelboden

Leser-Reporter/Fabian Fuhrer

Der starke Schneesturm liess die Bergbahn für circa 20 Minuten stehen. «Hunderte von Leuten mussten in der Bahn warten», berichtet Leser-Reporter Fabian Fuhrer. In Unruhe versetzte der Unterbruch die Gäste jedoch nicht. «Wir wurden über eine Durchsage schnell informiert, dass wir in Sicherheit sind», sagt Fuhrer.

Den Stillstand bestätigt auch Markus Hostettler, Präsident der Bergbahnen Adelboden gegenüber 20 Minuten: «Der Bahnbetrieb musste heute morgen wegen des Wetters eingestellt werden. Sicherlich spielten die starken Windstösse eine Rolle. Zudem hat es noch angefangen zu regnen, was dazu führte, dass die Tragseile langsam vereisten», so Hostettler.

In Schneckentempo wieder angefahren

Um die Sicherheit der Passagiere nicht zu gefährden seien die betroffenen Bahnen sofort stillgelegt worden, bis eine risikolose Fahrt wieder gewährleistet werden konnte. «Wir haben die Fahrgäste dann fortlaufend mit geringerer Fahrgeschwindigkeit zur Station gefahren und in die Wärme gebracht», sagt der Direktor der Bergbahnen.

Mittlerweile sind die meisten Bergbahnen wieder in Betrieb. «Alle Gäste kommen sicher zur Piste», versichert Markus Hostettler.

Trotz Ärger keine Rückerstattung

Laut Hostettler gibt es ab und zu solche Vorfälle. In der Regel hätten Kunden jedoch Verständnis für solche Unterbrüche. «Wir machen bereits an der Tageskasse darauf aufmerksam, dass die Bahn aufgrund des Wetters manchmal eingestellt werden könnte», so Hostettler.

Wer also wie der Leser-Reporter einmal in einer Gondel festsitzt, kann für den entgangenen Skispass in der Regel kein Geld zurückfordern. Allerdings gibts Spielraum, denn der offizielle Verband Schweizerischer Seilbahnen schreibt, dass es sich nicht allgemein beantworten lässt, ob der Kunde im Falle eines Stillstandes ein Recht auf Rückerstattung hat. Massgebend seien in solchen Fällen die AGBs der einzelnen Bahnen. Zudem liege der Entscheid über eine Kulanz bei den einzelnen Unternehmen.

Gesetzliche Bergungsfristen

Im aktuellen Fall steckten die Schneesportler bloss 20 Minuten fest. Ein Stillstand kann aber im schlimmsten Fall auch mehrere Stunden dauern. Immerhin: In der Schweiz müssen die Bahnbetreiber die Gäste gemäss der Schweizer Seilbahnverordnung innert drei Stunden evakuieren. Gibt es in den Gondeln keinen ausreichenden Kälteschutz, müssen die Fahrgäste die Bahn sogar innert höchstens zwei Stunden verlassen können. Jedes Seilbahnunternehmen hat für solche Fälle deshalb mindestens eine Rettungsübung pro Jahr durchzuführen.

Die Bergbahnen dürfen dabei nicht auf die Heli-Rettung vertrauen, denn das Wetter kann dabei einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Verlangt werden Leitern, die Möglichkeit zum Abseilen oder Hilfsseilbahnen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.