«Unterschätzte Gefahr»: Bergbauer und SVP-Mann will den Wolf ausrotten
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«Unterschätzte Gefahr»Bergbauer und SVP-Mann will den Wolf ausrotten

Dem Bergbauer Thomas Knutti (SVP) ist der Wolf ein Dorn im Auge. Er will nun einen Verein gründen, um die Tiere in der Schweiz auszurotten.

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miw
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Ein Wolf wildert im Wallis grossräumig; er tötet und verletzt wehrlose Schafe heimischer Bauern. In den nächsten 60 Tagen macht der Kanton nun grossräumig Jagd auf den Wolf.

Ein Wolf wildert im Wallis grossräumig; er tötet und verletzt wehrlose Schafe heimischer Bauern. In den nächsten 60 Tagen macht der Kanton nun grossräumig Jagd auf den Wolf.

Patrick Pleul
Auch im Kanton Bern ist der Wolf ein Politikum: SVP-Grossrat und Bergbauer Thomas Knutti sieht sich zum Handeln gezwungen: Als vehementer Wolfs-Gegner will er sich für die Ausrottung des Wolfs einsetzen.

Auch im Kanton Bern ist der Wolf ein Politikum: SVP-Grossrat und Bergbauer Thomas Knutti sieht sich zum Handeln gezwungen: Als vehementer Wolfs-Gegner will er sich für die Ausrottung des Wolfs einsetzen.

zvg
In Knuttis Augen ist die Ausbreitung des Raubtiers nämlich eine unterschätzte Gefahr.

In Knuttis Augen ist die Ausbreitung des Raubtiers nämlich eine unterschätzte Gefahr.

Carsten Rehder

Berichte über Wölfe im Bernbiet häuften sich im vergangenen Jahr. «Wolf tötet 8 Schafe», «Drei weitere Wolfsrisse im Kanton Bern bestätigt», «Wolf in der Nähe von Bern» lauteten die Schlagzeilen.

Der SVP-Grossrat und Bergbauer Thomas Knutti sieht sich nun zum Handeln gezwungen. Als vehementer Wolfs-Gegner macht er sich gegen den Wolf stark. Dafür gründet er derzeit einen Verein, der die Ausrottung der Raubtiere zum Ziel hat. «Es braucht eine Organisation, welche sich dafür einsetzt, dass der Wolf wieder aus unseren Alpungsgebieten verschwindet», sagt Knutti gegenüber dem «Schweizer Bauer».

In Knuttis Augen ist die Ausbreitung des Raubtiers eine unterschätzte, ja gar vertuschte Gefahr. «Wird gegen die Gefahr des Wolf nicht jetzt von offizieller Seite vorgegangen und weiterhin absichtlich verschweigen, wird er in ein paar Jahren zum noch grösseren Problem hier in der Schweiz», sagt der SVPler. Die ersten Folgen von lauernden, gefrässigen Wölfen spüre man bereits jetzt: «Im Berner Oberland wurden im Jahr 2006 noch 20600 Schafe gesömmert. Im Jahr 2016 waren es nur noch 16530. Es ist doch klar: Wenn der Wolf dermassen wüten darf, werden die Bauern die Alpen nicht mehr mit Schafen bestossen», argumentiert Knutti. Dies hätte auch eine Vergandung der Alpen als Konsequenz: «Dem müssen wir hier und jetzt entgegenwirken», sagt der Rinderzüchter.

Schlachtplan aushecken

So will Knutti noch diesen Monaten mit Gleichgesinnten zusammensitzen, um einen Schlachtplan auszuhecken. Bereits im November letzten Jahres habe er ein erstes Treffen zum Vorsondieren einberufen – rund 500 Interessierte sind gekommen. «Wenn wir mit unseren Anliegen gemeinsam als Verein auftreten, können wir uns in Bern besser Gehör verschaffen.»

Dass er für sein Vorhaben angefeindet wird, nimmt Knutti in Kauf. Denn für ihn ist klar: «Die Leute, die den Wolf befürworten, haben noch nicht erkannt, welche grosse Problematik die vielen Wölfe für die Landwirtschaft bedeuten.» Zudem sei die Ausrottung des Wolfs erst seine «Wunschvorstellung».

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