Playoffs: Bergeron schiesst die ZSC Lions in den Halbfinal
Aktualisiert

PlayoffsBergeron schiesst die ZSC Lions in den Halbfinal

Lausanne schrammt an der Sensation vorbei und verliert die «Belle» gegen die Lions 0:1. Den Siegtreffer für die Zürcher erzielt Marc-André Bergeron in Überzahl.

Die ZSC Lions sind der Blamage entgangen. Der Qualifikationssieger bezwang Aufsteiger Lausanne in der entscheidenden siebenten Partie der Viertelfinalserie mit 1:0. In den Halbfinals kommt es zu den Duellen ZSC Lions - Genève-Servette und Fribourg - Kloten Flyers.

Der einzige Treffer der Partie fiel in der 29. Minute. Nach einem von Luca Cunti gewonnenen Bully passte Ryan Shannon auf Verteidiger Marc-André Bergeron, der dem erneut starken Cristobal Huet im Powerplay mit einem satten Direktschuss keine Chance liess. Der kanadische Scharfschütze traf erstmals in den laufenden Playoffs. Danach machte der ZSC vor 10'067 Zuschauern im Hallenstadion mächtig Druck, doch Lausanne rettete den knappen Rückstand in die zweite Pause. Die beste Möglichkeit zum 2:0 vergab in der 33. Minute Cunti. Auch im Schlussdrittel waren die Stadtzürcher dem zweiten Treffer näher als die Gäste dem Ausgleich. Und dies, obwohl die Waadtländer zweimal mit einem Mann mehr agieren konnten. In der 55. Minute wäre Ryan Keller beinahe noch ein Shorthander gelungen. So kam ZSC-Goalie Lukas Flüeler, ohne brillieren zu müssen, zu seinem siebenten Shutout in dieser Saison.

Lausanne erwischt den besseren Start

Die Führung der Lions war verdient. Nachdem die Waadtländer mutig begonnen und in der vierten Minute bei einem Pfostenschuss von Daniel Bang Pech bekundet hatten, übernahm das Heimteam das Zepter. In der 13. Minute blieb ein Schuss von Severin Blindenbacher knapp vor der Torlinie liegen, eine Minute später scheiterte Patrik Bärtschi nach einem herrlichen Solo an Huet, und in der 20. Minute brachte Cunti den Puck aus kurzer Distanz nicht am Lausanner Keeper vorbei.

Vor allem in den zweiten 20 Minuten war der ZSC, dessen Coach Marc Crawford schon früh die Sturmlinien umgestellt und Bärtschi an Stelle von Robert Nilsson an die Seite von Cunti und Topskorer Roman Wick gestellt hatte, mit wenigen Ausnahmen klar überlegen. Die Lions spielten sehr aggressiv, checkten gut vor, so dass die Gäste kaum noch eine vernünftige Angriffsauslösung zu Stande brachten. Auch hinten schwammen diese immer wieder, den spritziger wirkenden Stadtzürchern fehlte es aber an der nötigen Kaltblütigkeit und Zielstrebigkeit, um früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Übermacht der Gastgeber war auch darauf zurückzuführen, dass Lausanne in der 20., 22. und 29. Minute drei Strafen kassierte - die dritte war dann eine zu viel.

Mit dem knappen Sieg konnte der souveräne Qualifikationssieger - die Lions hatten die Regular Season 20 Punkte vor Fribourg abgeschlossen - die grösste Playoff-Überraschung seit 1992 verhindern. Dannzumal hatte der ZSC das damals «grosse» Lugano eliminiert. Lausanne ist allerdings trotz des Scheiterns ein riesiges Kompliment zu machen. Der Aufsteiger kompensierte die spielerischen Defizite mit viel Kampfgeist. Nach der ersten Enttäuschung dürfte der Stolz über eine grandiose Saison überwiegen.

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ZSC Lions - Lausanne 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)

Hallenstadion. 10'067 Zuschauer. SR Reiber/Wiegand, Kaderli/Wüst.

Tor: 29. Bergeron (Shannon, Cunti/Ausschluss Lardi) 1:0.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 3mal 2 plus 5 Minuten (Déruns) plus Spieldauer (Déruns) gegen Lausanne.

PostFinance-Topskorer: Wick; Hytönen.

ZSC Lions: Flüeler; Seger, McCarthy; Stoffel, Bergeron; Blindenbacher, Geering; Bärtschi, Trachsler, Kenins; Keller, Shannon, Schäppi; Nilsson, Cunti, Wick; Fritsche, Senteler, Bastl; Baltisberger.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Jannik Fischer, Lardi; Stalder, Genazzi; Reist, Seydoux; Déruns, Savary, Conz; Bang, Hytönen, Antonietti; Setzinger, Genoway, Simon Fischer; Neuenschwander, Froidevaux, Augsburger.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Tabacek. Lausanne ohne Fleury (beide überzählige Ausländer) und Morant (verletzt). 4. Pfostenschuss Bang. Timeout Lausanne (59:45). Lausanne ab 58:44 ohne Goalie.

(si)

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