Aktualisiert 12.03.2013 15:57

Nach SVP-HetzeBeriker Sozialhilfebezüger hat jetzt einen Job

Obwohl sich Sascha W.* jahrelang renitent verhielt, durfte ihm die Gemeinde die Fürsorgezahlungen nicht streichen. Der Fall sorgte für Schlagzeilen. Jetzt hat W. reagiert.

von
dwi
Weil er nicht mit der Gemeinde zusammenarbeitete, wurden einem jungen Sozialhilfebezüger die Zahlungen gestrichen.

Weil er nicht mit der Gemeinde zusammenarbeitete, wurden einem jungen Sozialhilfebezüger die Zahlungen gestrichen.

Der Fall von Sascha W.* erregte schweizweit Aufsehen: Der 23-jährige Sozialhilfebezüger aus Berikon AG schwänzte jahrelang Termine, nahm keine Briefe entgegen und verweigerte gemeinnützige Arbeit. Bis den Verantwortlichen der Kragen platzte und sie 2011 die Fürsorgezahlungen stoppten - zu Unrecht: Das Bundesgericht pfiff die Gemeinde zurück. Die Sozialleistungen hätten höchstens gekürzt, nicht aber gestrichen werden dürfen.

Doch damit wurde es nicht ruhig um Sascha W. Der lokalen SVP stiess das Verhalten des 23-Jährigen so sauer auf, dass sie im Februar auf juristisch heikle Mittel zurückgriff, um den renitenten Sozialhilfebezüger zu stoppen. Der Präsident der SVP Bremgarten, Andreas Glarner, unterbreitete W. Jobangebote und drohte an, den Namen des Berikers zu veröffentlichen, um das Dorf zu informieren und W. «an den Pranger zu stellen».

Jetzt hat Sascha W. reagiert und sich in einem offenen Brief an Glarner für die Jobangebote bedankt und sich gegen die Vorwürfe gewehrt, er sei faul und arbeitsscheu. Und nicht nur das: Im Schreiben verkündet W., er habe jetzt einen Job als Betreuer einer Website gefunden und sei «auf dem besten Weg». Damit könnte der sich bereits über Jahre hinziehende Streit endlich begraben sein.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.