Aktualisiert 27.08.2012 14:54

NegativzinsenBerlin kassiert weiterhin fürs Schuldenmachen

Die Bundesrepublik profitiert von ihrer Rolle als sicherer Hafen. Investoren nahmen erneut eine negative Rendite in Kauf, um in den Besitz von als ausfallsicher geltenden deutschen Staatspapieren zu kommen.

Die europäische Schuldenkrise hat für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht nur negative Auswirkungen.

Die europäische Schuldenkrise hat für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht nur negative Auswirkungen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble verdient beim Schuldenmachen erneut Geld. Deutschland profitierte auch am Montag von seiner Rolle als sicherer Hafen für Anleger in der Schuldenkrise. Die Auktion einjähriger Geldmarktpapiere spülte 1,975 Mrd. Euro in die Kasse.

Die Investoren nahmen eine negative Rendite von durchschnittlich rund 0,025 Prozent in Kauf, um in den Besitz der als ausfallsicher geltenden Papiere zu kommen. Damit kassierte der Bund eine Prämie, statt den Investoren eine Rendite zu zahlen.

Bei der vorigen Emission im Juli lag die Rendite bei minus 0,054 Prozent. Dennoch war die Nachfrage der Anleger erneut grösser als das Angebot, die aktuelle Auktion war 2,0-fach (zuvor 2,3-fach) überzeichnet.

Die Zinsen für Bundeswertpapiere sind zuletzt in den Keller gerauscht. Denn in der Schuldenkrise meiden viele Investoren risikoreiche Anlagen und verzichten damit auf höhere Renditen. Dies führte wiederholt dazu, dass etwa Deutschland, die Niederlande, Frankreich und jüngst auch der Rettungsfonds EFSF bereits Prämien fürs Schuldenmachen erhielten statt die Investoren mit Renditen ködern zu müssen.

(sda)

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