Rolling Stones Debakel : «Berlin liegt nicht gleich um die Ecke»
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Rolling Stones Debakel «Berlin liegt nicht gleich um die Ecke»

Die vermeintlich verschmähten Schweizer Fans können Exklusiv-Tickets für das Stones-Konzert in Berlin erwerben. Für manche ein Grund zur Freude – doch nicht für alle ist das Problem damit gelöst.

von
Dominique Dussling
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Mick Jagger gibt es für Schweizer nur in Berlin zu bestaunen.

Mick Jagger gibt es für Schweizer nur in Berlin zu bestaunen.

Tamedia

Darum gehts: 

Die Freude war einst gross, als bekannt wurde, dass die Rolling Stones nach Bern kommen. Im Juni folgte dann die Ernüchterung: Mick Jagger hat Corona, das Konzert wird abgesagt. Grosse Enttäuschung bei den Fans wie auch der Band.

Am Donnerstag meldet nun die «Schweizer Illustrierte», dass die Berner Konzertbesuchenden doch noch auf ihre Kosten kommen sollen. Sie erhalten ein Exklusiv-Recht auf Tickets für ein Zusatzkonzert in Deutschland. Dieses soll am 3. August auf der Waldbühne in Berlin stattfinden. Für die Wankdorf-Konzertkarten erhalten Fans ihr Geld zurück. 

Das alternative Angebot ist zwar ein tolles Goodie, doch längst nicht alle Fans kommen damit auf ihre Kosten. So meint etwa Rolling-Stones-Fanfrau Monika aus dem Aargau: «Die Berliner Tickets kosten zwischen 160 und 500 Franken. Die alten Tickets für Bern haben nur 160 Franken gekostet.» Vermutlich müsse man auf den hintersten Plätzen sitzen, wenn man gleich viel wie in Bern bezahle, spekuliert sie. Hinzu kämen die Mehrkosten, die durch die Reise entstehen. «Berlin liegt ja nicht gerade um die Ecke.» Sie räumt jedoch ein: «Die Atmosphäre der Berliner Waldbühne wäre natürlich schöner als das Wankdorf. »Zusätzlich wären es dort auch nur 20’000 Zuschauer. Fans könnten ihre Idole aus der Nähe miterleben – «das wäre natürlich viel cooler als in Bern.»

Gehst du nach Berlin, um das Konzert nachzuholen?

Die Stones und die Waldbühne

Allgemein haben die Rolling Stones und die Berliner Waldbühne eine spezielle Geschichte: Bei ihrem ersten Konzert auf der grössten Berliner Open-Air Bühne vor 57 Jahren – im September 1965 - hinterliess die Band auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck. Die Fans waren enttäuscht von der kurzen Dauer des Konzerts und demolierten prompt das Festgelände. Stundenlange Schlägereien mit der Polizei waren die Folge. Der Sachschaden belief sich auf umgerechnet 850’000 Schweizer Franken. Die historischen Hintergründe der Waldbühne könnten also allein schon eine Reise wert sein. 

Diese würde allerdings mit dem Zug über neun Stunden dauern. Die Aargauerin ist sich deshalb noch unschlüssig: «Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich diesen Aufwand für die Stones auf mich nehme und nach Berlin reise.»

Viele machen YB verantwortlich für die Pleite

Derzeit werden auch Vorwürfe gegen YB laut: Die Young Boys seien nicht flexibel genug gewesen, um den Rockern Platz zu machen; sie hätten sich nicht bemüht, eine Lösung zu finden. YB-CEO Wanja Greuel widerspricht. Man habe «alles versucht», um ein Verschiebedatum zu finden, versichert er etwa dem «Landboten». Die angebotenen Daten Ende Juni und im Herbst seien für die Rolling Stones nicht infrage gekommen. Der Spielkalender des Fussballvereins habe keine weiteren Konzerttermine zugelassen. Für das Konzert am 17. Juni habe man bereits eine Ausnahme gemacht. Das Problem sei die lange Zeit, die für die Auf- und Abbauarbeiten mit Rasenschutz, Bühne und Technik nötig ist: «knapp drei Wochen», sagt Greuel. Der CEO äussert aber auch sein Bedauern: Es wäre grossartig gewesen, die Rolling Stones im Wankdorf spielen zu sehen. Aber «unter dem Strich» sei YB ein Fussballclub, kein Konzertbetreiber.

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