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Unwetter in Deutschland«Berlin säuft ab»

Deutschlands Hauptstadt ertrinkt im Regen. Gefordert ist nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Feuerwehr.

von
fal
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Nässe, wohin das Auge reicht: Deutschlands Kapitale leidet unter den starken Regenfällen. (29. Juni 2017)

Nässe, wohin das Auge reicht: Deutschlands Kapitale leidet unter den starken Regenfällen. (29. Juni 2017)

AFP/Wolfgang Krumm
Das Rollfeld des Flughafens Tegel steht am Donnerstagmittag unter Wasser.

Das Rollfeld des Flughafens Tegel steht am Donnerstagmittag unter Wasser.

kein Anbieter/Polizei Berlin
So sieht es bei der Berliner U-Bahn-Station Yorkstrasse aus.

So sieht es bei der Berliner U-Bahn-Station Yorkstrasse aus.

kein Anbieter/Athena Grandis

Land unter in Berlin: Wegen Dauerregens in der Hauptstadt ist die Feuerwehr zu hunderten Einsätzen ausgerückt. Bis Donnerstagabend gab es bereits «780 wetterbedingte Einsätze», wie die Berliner Feuerwehr im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Nach Angaben der Polizei wurde die Stadtautobahn vorübergehend teilweise gesperrt, beim öffentlichen Nahverkehr kam es zu Verspätungen und Ausfällen.

Ausnahmezustand in Berlin

Deutschlands Hauptstadt ertrinkt im Regen. Die Feuerwehr musste über 800 mal ausrücken. Video: Tamedia/Storyful

Überflutete Strassen: Berlin am 29. Juni 2017. Video: Tamedia/Storyful

Die Berliner Feuerwehr rief bereits gegen Donnerstagmittag den «Ausnahmezustand» aus. In der Leitstelle herrsche «Hochbetrieb», hiess es auf Twitter. Alle freiwilligen Kräfte seien einberufen worden. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte demnach den Einsatz.

Gebäude musste evakuiert werden

Im Bezirk Charlottenburg wurde durch den Dauerregen ein Gehweg unterspült, wodurch die Statik eines Hauses gefährdet war. Das Gebäude sei evakuiert worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr habe Schwierigkeiten, das Wasser abzupumpen, weil das Wasser stark nachlaufe.

Wegen überschwemmter Strassen in Berlin und Brandenburg musste die Feuerwehr zum Teil Autos und ihre Insassen bergen. Auch umgestürzte Bäume bereiteten den Einsatzkräften Probleme. Die Berliner Feuerwehr rückte aus, weil auf eine S-Bahn-Strecke in einem nördlichen Bezirk ein Baum gefallen war.

Das deutsche Boulevardblatt «Bild» berichtet online live vom Unwetter mit dem Titel: «Berlin säuft ab!»

Wetterdienst warnt weiterhin

Mehrere U-Bahn-Linien mussten vorübergehend wegen «witterungsbedingten Schäden» unterbrochen werden, wie die Berliner Verkehrsbetriebe BVG mitteilten. Die Deutsche Bahn berichtete zudem von Behinderungen im Fernverkehr im Grossraum Berlin.

Auch beim Flugverkehr in Berlin kam es zu Verzögerungen. Der Sprecher der Berliner Flughäfen, Daniel Tolksdorf, erklärte, das für den Flughafen Tegel geltende Nachtflugverbot sei aufgehoben worden, um den Fluggästen die Weiterreise zu ermöglichen. Die zuständige Berliner Behörde habe «im Sinne der Fluggäste eine Ausnahmegenehmigung erteilt». Tolksdorf sagte der Nachrichtenagentur AFP, Grund für die Verzögerungen sei der grössere Sicherheitsabstand, den die Flugzeuge wegen des Starkregens hielten. Es sei aber durchgehend weiter geflogen worden.

Der Deutsche Wetterdienst warnt noch bis einschliesslich Freitagvormittag vor unwetterartigem Regen in Berlin und Brandenburg. Die Niederschlagsmengen würden teilweise das langjährige Monatsmittel für den Juni deutlich überschreiten, erklärte der DWD in Offenbach. Auch aus Norddeutschland wurde teils heftiger Regen gemeldet. (fal/afp)

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