Aktualisiert 06.02.2008 11:22

Berlinale mit den Stones und Madonna

Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood sind die wohl prominentesten Gäste, die am Donnerstag die 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnen.

Sie begleiten Martin Scorsese, der den Film «Shine The Light» über sie gedreht hat.

«Wir konnten es zuerst auch nicht glauben», sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick, als er seinen Coup diese Woche vor den Medien enthüllte. Irgendwie werde es heuer so etwas wie eine «Musik-Berlinale», ergänzte er.

Denn neben den Stones wird Madonna erwartet, die im Rahmen der Sparte «Panorama» ihr Regiedebüt «Filth and Wisdom» präsentiert. Patti Smith begleitet Steven Sebring, der sie filmisch porträtiert hat. Und Neil Young, der unter dem Alias Bernard Shakey auch Filme dreht, stellt sein neuestes Werk «CSNY - Déjà vu» vor.

Soviel Prominenz wie selten

Aber auch die Riege der Schauspiel-Stars kann sich sehen lassen. Ihr Kommen zugesagt haben Penélope Cruz und Sir Ben Kingsley («Elegy»), Daniel Day-Lewis («There Will Be Blood»), Scarlett Johansson und Natalie Portman («The Other Boleyn Girl»), John Malkovich («Gardens of the Night»), Isabella Rossellini («Green Porno») und Woody Harrelson («Transsiberian»).

Auch Jeanne Moreau, Kristin Scott Thomas, Emily Watson, Willem Dafoe, Mia Farrow, Tilda Swinton und Nanni Moretti stellen ihre neuen Filme vor.

Bis zum 17. Februar zeigen die Filmfestspiele fast 400 Regiearbeiten, unter anderem in den Reihen Wettbewerb, Panorama, Forum, Generation, Retrospektive, Hommage und Berlinale Shorts. Im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren 21 Filme.

Kleine, aber feine CH-Delegation

Einziger Schweizer Beitrag ist der Kurzfilm «Lostage» der Schweizer Regisseurin Bettina Eberhardt. Weil sie ihn im Rahmen ihrer Ausbildung an der Kunsthochschule für Medien Köln drehte, läuft er in der Sektion «Perspektive Deutsches Kino».

Ansonsten ist die Schweizer Beteiligung schmal: Der Zürcher Schauspieler Joel Basman, der es unter die neun europäischen Shooting Stars gebracht hat, darf hoffen, wie einst Carlos Leal («Casino Royal») einem grossen Produzenten aufzufallen. Basman freut sich vor allem auf Madonna, wie er in Interviews gestanden hat.

Hohen Besuch bekommt die Berlinale aus Bern: Bundespräsident Couchepin ist zum offiziellen Dinner vom Montag geladen. Ausserdem trifft er sich mit Schweizer Filmproduzenten, besucht den European Film Market und plant politische Gespräche am Rande der Festspiele.

Politische Dokus

Erstmals startet im Berlinale-Wettbewerb auch ein Dokumentarfilm: Der amerikanische Oscar-Preisträger Errol Morris («The Fog Of War») erinnert in «Standard Operating Procedure» an die Skandale im Gefängniskomplex Abu Ghraib bei Bagdad.

Auch in anderen Sektionen ist der politische Dok-Film mit Werken wie «Sharon» über den früheren israelischen Regierungschef Ariel Sharon oder «Citizen Havel» über den ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel stark vertreten.

Jurypräsident Costa-Gavras

Die Jury wird präsidiert von Constantin Costa-Gavras («Z»). Im Gremium sitzen ausserdem die deutsche Hollywoodschauspielerin Diane Kruger («Goodbye Bafana»), ihre französische Kollegin Sandrine Bonnaire («Biester») und der US-amerikanische Sounddesigner Walter Murch («Apocalypse Now»).

Die Retrospektive ist dem spanischen Regisseur Luis Buñuel (1900-1983) gewidmet. Für besondere Verdienste um den deutschen Film erhalten die Schauspieler Otto Sander und Karlheinz Böhm eine Berlinale-Kamera.

(Notiz: www.berlinale.de)

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.