Berliner Amokläufer: Versuchter 37-facher Mord
Aktualisiert

Berliner Amokläufer: Versuchter 37-facher Mord

Der mutmassliche Amokläufer vom Berliner Hauptbahnhof wird wegen versuchten Mordes in 37 Fällen angeklagt. Der damals 16 Jahre alte Schüler hatte Ende Mai 2006 nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs eine Vielzahl von Passanten teilweise lebensgefährlich verletzt.

Das teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Berlin mit. Der Junge hatte kurz vor Mitternacht in der Menschenmenge, die den Bahnhof verliess, wahllos mit einem Klappmesser auf Passanten eingestochen.

Damals erlitten 31 Personen Schnitt- oder Stichverletzungen am Oberkörper, zwei Personen am Oberschenkel. Bei drei Geschädigten drang das Tatwerkzeug nicht durch die Kleidung. In einem Fall verhinderte ein Anhänger, den die Geschädigte am Oberkörper trug, eine Stichverletzung.

Für mindestens acht Verletzte bestand nach Stichen in Bauch, Lunge oder Niere Lebensgefahr. Ein an der Immunschwäche Aids leidender Geschädigter erlitt eine wenige Zentimeter tiefe Stichverletzung. Nach diesem Angriff sollen noch mindestens weitere 15 Personen verletzt worden sein. Deren Ansteckung mit der Immunschwäche wurde bislang nicht festgestellt.

Der Beschuldigte ist seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Er gibt an, keine Erinnerung an die Messerattacken zu haben. Er war zur Tatzeit den Ermittlungen zufolge erheblich alkoholisiert. Ein Termin für die nicht-öffentliche Hauptverhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin wurde noch nicht angesetzt. (dapd)

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