«Berliner Schnauze»: Berliner fühlt sich bei den VBZ pudelwohl
Aktualisiert

«Berliner Schnauze»Berliner fühlt sich bei den VBZ pudelwohl

Aus Mangel
an Busfahrern haben
die VBZ Personal aus Deutschland rekrutiert. Wie es sich mit «Berliner Schnauze» statt mit «Züri-Schnurre» im öffentlichen Verkehr lebt, erzählt Michael Horn.

von
Alexandra Roder

«Zu Beginn hab ich gedacht, ich sei auf 'nem anderen Kontinent», sagt der 37-jährige Berliner, der seit fünf Monaten für die VBZ Bus fährt. Niemals hätte er gedacht, dass Schweizerdeutsch für ihn so schwierig sein könnte: «Ich verstand echt nur Bahnhof», erzählt er lachend, während er die nächste Haltestelle anfährt: «Köschenrütistrasse», tönt es etwas gequält aus den Lautsprechern. «Die Aussprache der kuriosen Haltestellen ist für mich schon sehr schwierig», fügt er an. Die Türen schwingen auf und ein euphorisches «Grüzzi mitenand» den Zusteigern entgegen. Eine Passagierin runzelt die Stirn: «Ich musste mich schon daran gewöhnen», sagt sie. Eine andere, die fast jeden Tag mit Horn fährt, findet den «Düütschen» überaus sympathisch und gibt ihm jeweils Einkaufstipps. Horn gefällts: «Ich fühl mich hier pudelwohl.»

Dass hochdeutsch sprechende Busfahrer bei den Kunden auf Skepsis stossen könnten, war man sich bei den VBZ bewusst, als im letzten Jahr mangels Busfahrern das «Pilotprojekt Berlin» startete. Sechs Kandidaten bekamen einen Vertrag, sie wurden geschult, in den «Züritüütsch»-Kurs und schliesslich in den Linien-Dschungel geschickt. «Das Projekt ist ein Erfolg, und von Fahrgästen haben wir ausschliesslich positive Feedbacks erhalten», sagt Björn Kaiser, Gruppenleiter Busbetrieb VBZ. «Wenn nötig würden wir wieder Busfahrer aus Deutschland rekrutieren.»

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