Hochhuth vs Peymann: Berliner Theaterposse eskaliert
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Hochhuth vs PeymannBerliner Theaterposse eskaliert

Bei einem Presseauftritt des Dramatikers Rolf Hochhuth ist es am Donnerstag im Berliner Ensemble (BE) zu einem Eklat gekommen. Hochhuth hatte dort eine Pressekonferenz angesetzt, aber Angestellte wollten ihm und den Journalisten den Zutritt verwehren.

»Holt die Polizei, wenn man mich hier rausschmeissen will!», rief der sichtlich erregte 78 Jahre alte Dramatiker. «Ich bin der alleinige Besitzer dieses Hauses. Schliessen Sie sofort auf, sonst fliegen Sie als erste raus!» Nach einigem erregten Hin und Her konnte die Pressekonferenz vor laufenden Kameras im ehemaligen Brecht-Theater stattfinden.

Hochhuth ist über die von ihm gegründete Ilse-Holzapfel-Stiftung Eigentümer der Immobilie am Schiffbauerdamm, die er an das Land Berlin vermietet hat. Intendant Claus Peymann ist damit quasi Untermieter.

Hickhack eskaliert

Vor einer Woche hatte Hochhuth Peymann per Einstweiliger Verfügung dazu zwingen wollen, ihm das Theater für einige Tage im August zur Verfügung zu stellen. Der Dramatiker hatte im Theater sein Stück «Sommer 14» über die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs in eigener Regie aufführen wollen. Es hat jetzt am Sonntag im Veranstaltungszentrum Urania Premiere. Die Verfügung wurde aber nicht erlasssen.

Dagegeb hat Hochhuths Anwalt inzwischen Berufung eingelegt, worüber an diesem Freitag vor dem Berliner Kammergericht verhandelt wird, wie er im BE mitteilte. Ausserdem hat Hochhuth den Pachtvertrag für das BE «fristlos gekündigt», wie er mitteilte. Der Vertrag läuft eigentlich bis Ende 2012 mit einer Option auf weitere 15 Jahre.

(sda)

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