22.04.2014 19:58

SozialdienstBerlusconi freut sich auf Arbeit mit Gleichaltrigen

Wer hätte das gedacht? Silvio Berlusconi sieht der gemeinnützigen Arbeit mit Senioren positiv entgegen. Dahinter steckt jedoch viel mehr als reine Solidarität.

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Am kommenden Montag wird es ernst: Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi beginnt den zehnmonatigen Sozialdienst in einem Altersheim in Cesano Boscone bei Mailand. Doch wer glaubte, dem 77-Jährigen würde die gemeinnützige Arbeit mit den Senioren auf die Nerven gehen, der irrt.

«Ich werde neue Freundschaften mit Menschen meines Alters schliessen», soll der TV-Unternehmer, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, laut italienischen Medienberichten gesagt haben. Offenbar will der ehemalige Cavaliere das Beste daraus machen, schreibt die Tageszeitung «Libero», denn seine EU-Wahlkampagne startet – wen überraschts – ebenfalls am Montag.

Berlusconis Urteil: Sozialarbeit im Altenheim

Sozialdienst ist unangenehm, hat aber etwas Gutes

Der Sozialdienst ist für Berlusconi zwar eine Unannehmlichkeit, das Mailänder Gericht hat ihm jedoch jene Bewegungsfreiheit garantiert, die es ihm ermöglicht, für seine Forza Italia den EU-Wahlkampf zu führen. Obwohl er einmal pro Woche mindestens vier Stunden lang gemeinnützige Arbeit leisten muss, wird der Medienunternehmer von Dienstag bis Donnerstag seiner politischen Tätigkeit in Rom nachgehen können.

Ämterverbot für Berlusconi bestätigt

Dies bedeutet viel Zeit für die Wahlkampagne seiner Partei, die von sinkenden Umfragewerten und einer Abwanderung von Senatoren ins Lager der Mitte-Rechts-Partei NDC (Neue Rechte Mitte) um Innenminister Angelino Alfano belastet ist.

Was hat Berlusconi vor?

Wie die Berlusconi-freundliche Zeitung «Libero» weiter weiss, wird es die Strategie des Politikers sein, sich als «normaler Mensch» darzustellen, der auch Kontakt zu älteren Menschen pflegt. Auch hat er vor, auf sozialen Plattformen und bei Fernsehauftritten darüber zu berichten.

Im Wahlkampf wird Berlusconi jedoch nicht auf Tiraden gegen die «politisch beeinflussten» Richter setzen können. Das Mailänder Gericht könnte ihn unter Hausarrest stellen, sollte er sich nicht an die Regeln halten und wieder in öffentlichen Ansprachen die Richter attackieren.

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