Aktualisiert 02.10.2012 12:33

Veruntreuungs-Skandal

Berlusconi-Gefährte in Rom verhaftet

Luxuriöse Geschäftsessen, gefälschte Spesenabrechnungen, abgezweigte Wahlkampfgelder: Franco Fiorito, Kassier der Berlusconi-Partei PdL, soll 1,3 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Nun sitzt er in U-Haft.

Zusammen mit anderen Regionalräten muss sich Franco Fiorito nun vor der Staatsanwalt verantworten.

Zusammen mit anderen Regionalräten muss sich Franco Fiorito nun vor der Staatsanwalt verantworten.

Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi muss eine schwere Blamage hinnehmen. Der Fraktionschef von Berlusconis Partei Popolo della Libertà in der mittelitalienischen Region Lazio, Franco Fiorito, ist am Dienstag wegen Veruntreuung von Parteigeldern verhaftet worden.

Der Kassier der Berlusconi-Partei PdL («Volk der Freiheit») wird beschuldigt, 1,3 Millionen Euro eingesteckt zu haben. Dies berichteten die ermittelnden Staatsanwälte in Rom.

Regionalparlament aufgelöst

Der 41-jährige Fiorito ist eine Schlüsselfigur im Skandal, der seit Wochen die Partei erschüttert und der vor einer Woche zum Rücktritt der Präsidentin der Region Lazio, Renata Polverini, geführt hatte.

Polverinis Demission führte zur Auflösung des gesamten Regionalparlaments, das unter mehrheitlicher PdL-Führung stand. Nach diesem Schritt sind Neuwahlen erforderlich.

Berlusconi will zurück an die Macht

Fiorito und mehrere Regionalräte der Berlusconi-Partei in Lazio werden beschuldigt, sich luxuriöse Geschäftsessen und Partys mit Austern und Champagner gegönnt zu haben. Ausserdem sollen sie Spesenabrechnungen systematisch gefälscht haben, um Steuergelder in Millionenhöhe direkt einstreichen zu können.

Fiorito, der seine Unschuld beteuerte, soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Luxus gelebt, Wahlkampfgelder abgezweigt und Rechnungen gefälscht haben. Allein fünf Konten für Schwarzgelder werden in Spanien gezählt. Auch gegen zwei weitere Regionalräte wird ermittelt.

Berlusconi erwägt eine Rückkehr in die politische Arena. Bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühling zieht er eine Kandidatur als Premier einer Mitte-rechts-Allianz in Betracht.

(sda)

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