Aktualisiert 28.04.2005 18:43

Berlusconi gegen US-Freispruch

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat erkennen lassen, dass Rom und Washington zu keiner gemeinsamen Bewertung der tödlichen Schüsse auf den Geheimagenten Nicola Calipari in Bagdad finden werden.

«Wenn es unterschiedliche Ansichten gibt, dann werden sie deutlich werden», sagte Berlusconi am Donnerstag mit Blick auf die gemeinsame Untersuchung des Vorfalls vom 4. März, als US-Soldaten auf das Fahrzeug mit der befreiten Journalistin Giuliana Sgrena feuerten.

Medienberichten zufolge weisen die US-Ermittler den Soldaten keinerlei Schuld zu. Berlusconi sagte laut der Nachrichtenagentur Apcom, wenn die amerikanischen Ergebnisse nicht geändert würden, werde es unterschiedliche Versionen geben. Er habe Verständnis für die Schwierigkeiten auf amerikanischer Seite. Das US-Aussenministerium hätte es gern, dass das Pentagon etwas flexiblere Positionen vertrete, erklärte der Regierungschef. Nach italienischen Angaben vom Donnerstag ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.

Bei dem Zwischenfall am 4. März hatten US-Soldaten das Feuer eröffnet, als sich der Wagen einer Strassenkontrolle näherte. Von Anfang an gab es unterschiedliche Angaben darüber, wie schnell der Wagen unterwegs war und ob die US-Soldaten vor den Schüssen Warnungen abgegeben haben. Die Zeitungen «Corriere della Sera» und «La Stampa» berichteten, dass Hindernisse auf der Strasse den Wagen vor dem Kontrollpunkt verlangsamt haben müssten. (dapd)

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