Aktualisiert

Berlusconi gibt immer noch nicht auf

Obwohl das Kassationsgericht in Rom den Wahlsieg der Mitte-Links-Allianz um Romano Prodi bei den Parlamentswahlen bestätigt hat, will Silvio Berlusconi seine Niederlage nicht einräumen.

Eineinhalb Wochen nach der Wahl in Italien hat das Kassationsgericht in Rom den knappen Sieg von Oppositionsführer Romano Prodi bestätigt. Das Mitte-links-Bündnis Prodis habe mit einem Vorsprung von rund 24 755 Stimmen bei der Wahl der Abgeordnetenkammer gewonnen, erklärte das Gericht am Mittwoch.

Damit blieb nach der Überprüfung von 2100 Stimmzetteln das ursprüngliche Ergebnis für das Unterhaus des Parlaments nahezu gewahrt. Eine Bestätigung von Prodis Sieg war allgemein erwartet worden, nachdem das Innenministerium in der vergangenen Woche die Zahl der umstrittenen Stimmzettel für Abgeordnetenkammer und Senat von mehr als 80 000 auf 5200 deutlich reduziert hatte.

Nun sei die Wahlaffäre endlich beendet, erklärte Prodi nach der Bekanntgabe des Gerichts. Es gebe keine Zweifel mehr an einem Sieg seines Bündnisses. Ein Vertrauter von Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte jedoch, dieser werde seine Niederlage nicht einräumen. Es seien noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, sagte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ANSA.

Auch im Senat konnte Prodis Lager dem vorläufigen Ergebnis zufolge eine knappe Mehrheit von zwei Sitzen erringen. Das Endergebnis zur zweiten Kammer des Parlaments will das Kassationsgericht in den kommenden Tagen bekannt geben. Hier werden 3100 Zettel überprüft. Die Italiener stimmten am 9. und 10. April über ihr Parlament ab. (sda)

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