Berlusconi: Ich werde «geknebelt»
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Berlusconi: Ich werde «geknebelt»

Sechs Wochen vor der Parlamentswahl in Italien haben Ministerpräsident Silvio Berlusconi und sein Herausforderer Romano Prodi offiziell den Wahlkampf eröffnet.

Berlusconi warf der Opposition vor, ihm seit zwei Wochen jegliche Fernsehauftritte zu verwehren. «Die Regierungschef, der von der Mehrheit der Bürger seines Landes gewählte Führer, ist geknebelt worden», sagte er auf einer Kundgebung seiner rechtsgerichteten Forza Italia in Mailand.

Berlusconi, dessen Familie die grössten italienischen Privatsender besitzt, hatte Anfang des Jahres eine gross angelegte Fernseh- und Radiokampagne gestartet. Mit der Auflösung des Parlaments am 11. Februar traten jedoch Bestimmungen über eine gleichmässige Verteilung von Sendezeit in Kraft. Der Ministerpräsident bekräftigte auch seine Anschuldigungen gegen die italienischen Gerichte, denen er Befangenheit vorwirft.

Prodi sagte wenige Stunden später in Rom, die fünfjährige Amtszeit der konservativen Regierung habe zu einem «moralischen Verfall» im Land geführt. Er werde im Falle eines Wahlsiegs «die Unabhängigkeit und Würde des Justizwesens garantieren». Berlusconis Regierung sei für die wirtschaftlichen Probleme Italiens verantwortlich. «Das Land leidet so sehr wie noch nie in der Nachkriegszeit», sagte der frühere Ministerpräsident und ehemalige Präsident der EU-Kommission.

In jüngsten Meinungsumfragen zur Wahl am 9. und 10. April liegt die Opposition mit etwa fünf Prozentpunkten vor der Regierung. Berlusconi erklärte jedoch, in von ihm in Auftrag gegebenen Erhebungen habe sich der Abstand verringert. Analysten erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. (dapd)

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