5000 Partyfotos im Archiv: Berlusconi kommt ins Schwitzen
Aktualisiert

5000 Partyfotos im ArchivBerlusconi kommt ins Schwitzen

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi will weitere Fotos konfiszieren lassen, die der sardische Fotograf Antonello Zappadu von seinen Gästen in seiner Luxusvilla auf Sardinien geschossen hat.

Zappadu hatte am Freitag der römischen Tageszeitung «La Repubblica» berichtet, dass er zwischen 2006 und 2009 ein Archiv mit über 5000 Fotos von Berlusconi und seinen Gästen in der Villa Certosa in der sardischen Badeortschaft Porto Rotondo zusammengestellt habe.

«Berlusconi ist ausspioniert worden. Der Fotograf hat ein Bilderarchiv zusammengestellt und dabei mehrere Verbrechen verübt. Er hat die Privatsphäre des Ministerpräsidenten und seiner Gäste verletzt», betonte Berlusconis Rechtsanwalt, der Parlamentarier Nicolo Ghedini, laut «La Repubblica».

»Nichts Relevantes zu sehen»

«Berlusconi hat nichts zu befürchten. Auf den Fotos ist nichts Relevantes zu sehen. In einem Rechtsstaat ist es jedoch unannehmbar, dass ein Bürger, nicht nur der Premierminister, in seinem eigenen Haus ausspioniert wird», meinte Ghedini.

Schon vor zwei Wochen hatte Ghedini 700 Fotos konfiszieren lassen, die Zappadu in der Villa Certosa geschossen hatten. Auf den Bildern ist Berlusconi mit einigen barbusigen Frauen zu sehen. Konfisziert wurde auch ein Foto des ehemaligen tschechischen Premierministers Mirek Topolanek, der sich nackt im Park der Villa aufhält. Trotz der Konfiszierung wurden einige Bilder von der spanischen Tageszeitung «El País» gedruckt.

(sda)

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