Italien: Berlusconi schlägt wegen Skandal-Fotos zurück

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ItalienBerlusconi schlägt wegen Skandal-Fotos zurück

Der Rechtsanwalt von Silvio Berlusconi hat die spanische Zeitung «El País» angezeigt. Sie veröffentlichte heute einige Fotos von Partys in der Luxusvilla Berlusconis auf Sardinien.

Die Bilder des sardischen Fotografen Antonello Zappadu waren vergangene Woche nach einer Anzeige Berlusconis von der römischen Justiz konfisziert worden.

«Die Bilder sind ohne Genehmigung aufgenommen worden und verletzen die Privatsphäre. Sie sind in Italien beschlagnahmt worden, es ist offenkundig, dass sie nirgendwo auf der Welt gekauft werden sollen. Wer sie erwirbt, begeht ein Verbrechen», sagte Anwalt Nicolo Ghedini.

Auf den fünf von «El País» veröffentlichten Bildern sind unter anderem barbusige Frauen bei einem Sonnenbad am Pool zu sehen. Zu sehen ist auch ein nackter Mann, der Gerüchten zufolge der ehemalige tschechische Premierminister Mirek Topolanek sein könnte. Der damals noch amtierende Topolanek hatte im Mai 2008 mit seiner Familie für kurze Zeit Ferien in Berlusconis Residenz verbracht.

Bis auf das Antlitz von Berlusconi hat der Fotograf alle Gesichter unkenntlich gemacht. Berlusconi ist nicht in der Nähe der barbusigen Frauen zu sehen. Wie «El País» an die Bilder gekommen ist, schreibt das Blatt nicht.

Skandal um Minderjährige

Unter den hunderten von Bildern Zappadus sollen Schnappschüsse von einer Party sein, zu der auch die damals 17-jährige Schülerin Noemi Letizia eingeladen gewesen war. Deren Nähe zu Berlusconi hatte in Italien einen Skandal ausgelöst.

Berlusconi erklärte, kein Verhältnis mit der Minderjährigen gehabt zu haben. Gegen den italienischen Ministerpräsidenten laufen Vorermittlungen, weil er Privatgäste auf Staatskosten zu seinen Festen geflogen haben soll. (sda)

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