Berlusconi trat formell als Ministerpräsident zurück
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Berlusconi trat formell als Ministerpräsident zurück

Drei Wochen nach seiner Wahlniederlage hat Silvio Berlusconi den Weg für Romano Prodi freigemacht: Er trat gestern formell als Ministerpräsident zurück.

Lange wollte Berlusconi den Sieg von Prodis Mitte-links-Allianz nicht anerkennen. Gestern war es so weit: Der abgewählte Ministerpräsident, der Italien seit 2001 regierte, reichte seinen Rücktritt bei Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi ein.

Während der 30-minütigen Unterredung im Quirinalspalast bat Ciampi den scheidenden Regierungschef, noch bis zur Bildung einer neuen Regierung die Amtsgeschäfte weiterzuführen.

Vor seinem Rücktritt hatte Berlusconi gegenüber seinen Ministern gesagt: «Wir waren die beste Regierung in der demokratischen Geschichte Italiens.» Er kündigte «schärfste Opposition» an und zeigte sich überzeugt, dass Prodis Koalition bald zersplittern werde. Vor dem Regierungssitz wurden die Minister von Anhängern linksorientierter Parteien scharf ausgepfiffen. «Geht endlich nach Hause», riefen die Demonstranten.

«Die Demokratie schreitet voran, manchmal langsam, aber sie tut es»,

sagte Prodi nach Berlusconis Rücktritt erfreut. Prodi, der auf eine rasche Regierungsübernahme dringt, hat noch keinen offiziellen Auftrag zur Regierungsbildung.

(sda)

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