Berlusconi-Vertrauter Previti hat Haft angetreten
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Berlusconi-Vertrauter Previti hat Haft angetreten

Cesare Previti, Italiens ehemaliger Verteidigungsminister und langjähriger Rechtsanwalt von Silvio Berlusconi, ist wegen Richterbestechung rechtskräftig verurteilt worden.

Das Kassationsgericht in Rom verhängte eine sechsjährige Haftstrafe.

Der Politiker, der am Freitag seinen Rücktritt als Parlamentarier eingereicht hatte, stellte sich inzwischen freiwillig den Behörden der römischen Strafanstalt Rebibbia. Previti werde mit anderen Sträflingen eine Zelle teilen, berichtete das italienische Staatsfernsehen RAI.

Das Kassationsgericht hatte am Donnerstagabend die Haftstrafe von sieben auf sechs Jahre reduziert. Zuerst hatte es geheissen, dass Previti wegen einer noch unter Berlusconi beschlossenen Amnestie-Regelung die Haftstrafe nicht verbüssen müsse.

Für Previti trete lediglich Hausarrest in Kraft. Die Rechtsanwälte des Politikers haben beim Kassationsgericht einen Antrag eingereicht, in dem sie bitten, dem 71-jährigen Previti aus Alters- und Gesundheitsgründen auch den Arrest zu ersparen.

Richter bestochen

Previti wurde für schuldig befunden, durch Richterbeeinflussung 1993 erreicht zu haben, dass die staatliche Bank IMI an die Familie des Ölmagnaten Nino Rovelli eine Millionen-Entschädigung zahlen musste.

In einer weiteren Affäre, in der es um die Bedingungen des Kaufs der Verlagsgruppe Mondadori durch Berlusconis Fininvest-Konzern ging, wurde Previti indes vor dem Kassationsgericht freigesprochen. Für Berlusconi war der Fall verjährt.

Breitseite gegen Justiz

Der Ex-Rechtsanwalt bezeichnete sich als Opfer eines Komplotts. «Ich bin gedemütigt und wie ein Krimineller behandelt worden. Meine Verurteilung ist eine schwere Niederlage für die italienische Justiz», sagte Previti.

Notiz: Die Meldung bsd003 wurde mit dem Rücktritt aus dem Parlament und der Erklärung Previtis, er wolle ins Gefängnis, aktualisiert. Ganze Meldung neu.

(sda)

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