Aktualisiert 30.05.2009 10:20

«Privatsphäre»

Berlusconi will keine Party-Fotos sehen

Der wegen seines unklaren Verhältnisses zu einer 18- Jährigen unter Druck geratene italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat die Veröffentlichung pikanter Party-Fotos vorerst verhindert. Die Staatsanwaltschaft Rom eschlagnahmte «hunderte Fotos», die bei Feiern auf dem Anwesen von Berlusconis Luxusvilla auf Sardinien geschossen wurden.

Das meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag. Berlusconis Anwalt Niccolò Ghedini hatte zuvor Strafanzeige gegen einen Fotografen gestellt, der rund 700 Fotos von solchen Festen gemacht hatte.

50 000

Gegen den Fotografen wurde laut ANSA ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Privatsphäre sowie Betrugsversuchs beim versuchten Verkauf der Fotos an zwei Promi-Magazine eingeleitet. Dem «Corriere della Sera» vom Samstag zeigen die Bilder unter anderem junge Frauen im Bikini oder oben ohne im Garten des Berlusconi- Anwesen zu sehen.

Schutz der Privatsphäre

Einige der Bilder seien während der Silvesterfeier 2008/2009 gemacht worden, berichtete der «Corriere». An diesem Fest soll auch die damals 17-jährige Noemi teilgenommen haben, die im Mittelpunkt des derzeitigen Skandals um Berlusconi steht.

In seinem Schreiben an die italienische Behörde zum Schutz der Privatsphäre betonte Berlusconi, die Fotos seien während privater Feiern gemacht worden, die von «keinerlei besonderem Interesse» für die Öffentlichkeit seien. Der Fotograf betonte dagegen, die Bilder seien im Freien an Plätzen gemacht worden, «die man nicht als Privatwohnung bezeichnen kann».

Bereits früher Bilder verkauft

Vor zwei Jahren hatte der Fotograf dem Magazin «Oggi» bereits Bilder verkauft, die Berlusconi in seiner Villa gemeinsam mit fünf jungen Frauen zeigen, von denen einige auf seinem Schoss sitzen. Andere Bilder zeigten den italienischen Regierungschef Hand in Hand mit zwei der jungen Frauen.

Die Affäre um die mittlerweile 18-jährige Noemi beherrscht seit Wochen die italienischen Medien. Berlusconis Noch-Ehefrau Veronica Lario hatte jüngst angekündigt, sie wolle wegen der anhaltenden Schwäche ihres 72-jährigen Mannes für junge Frauen die Scheidung. (sda)

Berlusconi will Erdbebenopfer zu Kreuzfahrt einladen

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will einem Medienbericht zufolge einige der Überlebenden des schweren Erdbebens vom April zu einer Kreuzfahrt im Mittelmeer einladen. Die Nachrichtenagentur ANSA zitierte ihn am Freitag mit den Worten, es würden einige Reisen in der Adria für diesen Sommer organisiert. Möglich seien vielleicht auch Kreuzfahrten für ganze Familien und Jugendliche. Berlusconi, der in seinen jungen Jahren als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitete, äusserte sich während eines Besuchs in L'Aquila, der am schwersten von dem Beben der Stärke 6,3 am 6. April betroffenen Stadt. Insgesamt wurden fast 300 Menschen getötet, 50 000 wurden obdachlos. (Qulle: AP)

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