Berlusconi will RAI privatisieren
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Berlusconi will RAI privatisieren

Die Regierung von Silvio Berlusconi will Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI im kommenden Jahr privatisieren.

Dies sagte am Freitag Telekommunikationsminister Maurizio Gasparri nach Angaben italienischer Medien.

Gasparri gab der Fusion zwischen den Hauptgesellschaften der TV- Anstalt, RAI Holding und RAI Spa, grünes Licht, was der erste Schritt in Richtung Privatisierung sei. Diese könnte bereits im kommenden Frühjahr erfolgen, meinte Gasparri.

In einer ersten Phase solle ein Anteil von fünf bis zehn Prozent verkauft werden. Gasparri forderte die italienischen Verleger auf, im Digitalbereich und vor allem in jene Kanäle zu investieren, die RAI den Privatinvestoren öffnen werde.

«Ich hoffe, dass Minderheitsaktionäre bei der RAI einsteigen werden, wie es bereits bei der Erdölgesellschaft ENI und dem Stromkonzern Enel der Fall gewesen ist», sagte Gasparri. «Privataktionäre haben diesen beiden Gesellschaften gut getan, auch wenn diese mehrheitlich im staatlichen Besitz geblieben sind.»

Im italienischen Fernsehbereich besteht zur Zeit ein Duopol aus der RAI und der Mediengesellschaft Mediaset unter Kontrolle von Berlusconi. Um die Staatskassen aufzufüllen und um den Kampf gegen das Defizit fortzusetzen, will die Regierung bis November eine dritte Tranche am Stromriesen Enel verkaufen.

Der Stromkonzern könnte sich von einem Aktienpaket von bis zu 20 Prozent trennen, hiess es in Regierungskreisen. Die Beteiligung soll an Anleger und institutionelle Investoren verkauft werden. (sda)

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