Rubygate: «Berlusconi wusste, dass ich 17 war»
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Rubygate«Berlusconi wusste, dass ich 17 war»

Silvio Berlusconi sitzt tief in der Patsche: Callgirl Ruby hat den italienischen Premier vor der Mailänder Staatsanwaltschaft schwer belastet.

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Vergangenen Dienstag hatte die Ermittlungsrichterin Cristina Di Censo verfügt, dass sich der italienische Regierungschef wegen einer mutmasslichen Sexaffäre mit einer minderjährigen Prostituierten vor Gericht verantworten muss. Sie sprach dabei von einer «eindeutigen Beweislage». Jetzt ist endlich klar warum: Der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» liegen nun die geheimen Aussagen des marokkanischen Callgirls vor, die Di Censo dazu bewogen haben, den Prozess im Eilverfahren durchzuführen.

In ihrer ersten Aussage am 3. August 2010, knapp zweieinhalb Monate, nachdem sie wegen Diebstahls festgenommen worden war, behauptet das Mädchen, der Cavaliere habe sehr wohl gewusst, dass sie noch minderjährig war. «Ich hatte zuerst gesagt, ich sei 24 Jahre alt und Ägypterin. Als Silvio mir vorschlug, in einem seiner Häuser zu wohnen, dachte ich, ich erzähle ihm die Wahrheit. Ich gab zu, dass ich erst 17 war und keinen Ausweis hatte.» Berlusconi habe ihr daraufhin geraten, sich als «eine Enkelin» Mubaraks auszugeben. Damit könne sie auch die Mittel erklären, die er ihr zur Verfügung stellen werde.

Von Anfang an war klar, dass Sex erwünscht ist

Ruby Rubacuori trifft Silvio Berlusconi erstmals am 14. Februar 2010. Aufzeichnungen ihres Handys sollen später belegen, dass die Frau von jenem Tag an bis zum 2. Mai 2010 insgesamt 15 Nächte in Berlusconis Villa in Arcore bei Mailand verbrachte. Zudem telefonierten die beiden über einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten im Schnitt einmal pro Tag. Der Cavaliere habe ihr Geschenke und Schmuck im Wert von insgesamt 187 000 Euro gegeben, gibt sie zu. «Er sagte, dass sich mein Leben ändern würde. Es war nicht schwer zu verstehen, dass er mir Sex mit ihm vorschlug», so Ruby weiter. Die Geschenke habe sie teilweise an ihre Eltern weiterverschenkt und das Geld «masslos ausgegeben».

In ihren Aussagen belastet die Marokkanerin ausserdem Berlusconis Regionalabgeordnete Nicole Minetti. Die 24-Jährige beteuerte am Mittwoch in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN, sie habe nicht gewusst, dass Ruby minderjährig sei. Diese behauptet aber, Minetti habe «von Anfang an gewusst», dass sie erst 17 war. Minetti sei eine Art «Referenz» für den Cavaliere gewesen. Wenn ein Mädchen von ihr oder von dem TV-Moderator Emilio Fede nach Arcore «eingeladen» werde, habe es «freien Zugang» zu den Räumen. Kontrolle gebe es keine – auch nicht der privaten Handys, die die Frauen mitbringen und mit denen sie herumfotografieren.

Bei einem ihrer Besuche habe sie ein Gespräch zwischen zwei anderen Frauen belauscht: Barbara Guerra und Marianne Puglia waren «eifersüchtig» auf Minetti und ihre Nähe zu Berlusconi. «Sie sagten», erinnert sich Ruby, «dass es – wenn nötig – immer möglich sei, die Bilder der Partys in Arcore zu verkaufen.»

Ob diese Dokumente nun den Ministerpräsidenten beeindrucken? Kurz bevor «La Repubblica» ihren Artikel publizierte, hatte er sich vor den Medien ungerührt über den bevorstehenden Prozess gezeigt. «Ich kann nur eines sagen, ich mache mir überhaupt keine Sorgen.» Er werde aber nicht darüber sprechen – «aus Liebe zu meinem Land».

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