Neues Pilotprojekt - In Bern steht die erste Countdown-Ampel der Schweiz
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Neues Pilotprojekt In Bern steht die erste Countdown-Ampel der Schweiz

Mit einem Pilotprojekt testet die Stadt Bern neue Lichtsignale. Das Beispiel könnte bald andernorts Schule machen.

von
Céline Meisel
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Die Stadt Bern testet in einem mehrmonatigen Pilotversuch Countdown-Ampeln. 

Die Stadt Bern testet in einem mehrmonatigen Pilotversuch Countdown-Ampeln.

20min/Céline Meisel
Am Bahnhofsplatz in Bern werden die Countdown-Ampeln jeweils zwischen 16 und 19 Uhr in Betrieb sein.

Am Bahnhofsplatz in Bern werden die Countdown-Ampeln jeweils zwischen 16 und 19 Uhr in Betrieb sein.

20min/Céline Meisel
Das Pilotprojekt hat zum Ziel, das Verkehrsverhalten zu beobachten und auszuwerten. 

Das Pilotprojekt hat zum Ziel, das Verkehrsverhalten zu beobachten und auszuwerten.

Adrian Moser / Tamedia AG

Darum gehts

  • Die Stadt Bern testet mit einem Pilotprojekt neue Lichtsignale.

  • Die Ampel wird die erste Countdown-Ampel der Schweiz sein.

  • Ist das Projekt erfolgreich, wird es um den Bahnhof Bern ausgebaut.

Wer kennt es nicht: Vor roten Ampeln wartet man gefühlt ewig und beginnt sich zu überlegen, einfach schnell über die Strasse zu laufen. Für diesen Moment schafft die neue Countdown-Ampel Abhilfe: Mit einem LED-Lichterkreis wird die verbleibende Wartezeit angezeigt. «So denken sich Wartende, Ah, es geht ja nur noch ein paar Sekunden, bis es schaltet und gehen so nicht bei Rot über die Strasse», sagt Karl Vogel, Leiter der Verkehrsplanung Bern, auf Anfrage von 20 Minuten. Je weniger Lichter im LED-Kreis aufleuchten, desto eher schaltet die Ampel auf Grün.

Die neue Ampel wird ab Mittwoch von 16 bis 19 Uhr aufgeschaltet. Läuft das Pilotprojekt erfolgreich, wird der Countdown auf den ganzen Tag ausgedehnt. Dann können wir auch das Einsatzgebiet erweitern: «Auch rund um den Bahnhof - beispielsweise beim Bollwerk – könnten die Lichtsignale eingesetzt werden», sagt Vogel.

Ampeln funktionieren verkehrsabhängig

Die Idee hat die Stadt Bern aus dem Ausland. Bis die Countdown-Ampel zum Einsatz kommt, musste viel passieren. «In anderen Städten wurde festgestellt, dass Menschen bei Strassenübergängen mit Countdown-Ampeln seltener bei Rot passierten», sagt Vogel. In der Schweiz funktionieren Ampeln jedoch verkehrsabhängig. «Sie schalten aufgrund der Verkehrsmengen und berücksichtigen auch manchmal Busse. Das sind komplizierte Abläufe und ein Countdown könnte gar nicht regelmässig ablaufen. Bei Standorten mit grossen Verkehrsströmen und somit meist gleichem Ablauf ist ein Einsatz einer Countdown-Ampel aber möglich», so Vogel weiter.

Die Politik wünscht sich schon lange intelligentere Ampeln; bereits 2019 erhielt die Verkehrsplanung vom Gemeinderat eine Bewilligung und einen Betrag von 156’000 Franken. «Es ist ein neues Produkt, es brauchte viel Abklärung und Aufklärungsarbeit», sagt Vogel. Zwei Jahre und Corona-bedingte Lieferengpässe später sind sie jetzt einsatzbereit.

Vogel verspricht sich breite Rückmeldung vonseiten der Bevölkerung. «Und ich bin gespannt, ob weniger Passantinnen und Passanten bei Rot über die Strasse gehen werden.»

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