Bevölkerung bestimmt mit: Bern erhält erstes Monopoly in Mundart
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Bevölkerung bestimmt mitBern erhält erstes Monopoly in Mundart

Von Bernern für Berner: Bei der berndeutschen Monopoly-Version darf die Bevölkerung mitbestimmen, was aufs Spielbrett kommt.

von
Nadine Ellis

Im März dieses Jahres hat der Brettspiel-Klassiker Monopoly seinen 80. Geburtstag gefeiert. Nun dürfen sich Berner Fans des weltberühmten Spiels auf eine besondere Ausgabe freuen: Im nächsten Herbst kommt ein Berner Monopoly auf den Markt – die erste Mundart-Edition der Schweiz.

Ein weiteres Highlight: Die Berner Bevölkerung kann sich aktiv an der Entwicklung des Spiels beteiligen. «Eine ähnliche Aktion haben wir im letzten Jahr in St. Gallen durchgeführt», erzählt der Liechtensteiner Initiant und Geschäftsführer von Unique Gaming Partners, André Tschumper. «Damals sind viele tolle Vorschläge eingegangen. Man hat richtig die Freude der Fans gespürt, dass sie mitbestimmen durften», so Tschumper. Die Liechtensteiner Firma verfügt seit mehr als zwei Jahren über die Monopoly-Lizenzrechte in der Schweiz und hat schon zahlreiche Versionen des Spiels ausgeheckt.

Gefragt: Vorschläge der Berner

«Momentan ist das Berner Spielbrett noch eine grüne Wiese», so Tschumper. Die Mundart-Version soll sich deutlich von einer früheren Version des Spiels auf Englisch und auf Deutsch abheben. Ab sofort können Fans daher per E-Mail oder auf Facebook ihre Wünsche äussern: Sie können mitbestimmen, welche Strassen das Brett füllen sollen, was der Lieblingsplatz der Berner ist und was auf den Gemeinschaftskarten stehen soll.

Normalerweise hüpfen Bügeleisen, Hut und andere Figuren auf den Monopoly-Strassen herum. «Es könnte aber auch sein, dass man eine Spielfigur spezifisch für Bern umsetzt», sagt Tschumper. Dafür müsse man jemanden ins Boot holen, der die Figur gestalten und herstellen könne. Stapi Alexander Tschäppät – selbst begeisterter Monopoly-Spieler – hätte auch schon eine Idee für eine Figur: «Besonders originell fände ich den berühmten Chindlifrässer-Brunnen.»

Für den Stapi gibt es zudem einige Orte, die unbedingt auf das Brett gehören. So auch das Wasserspiel auf dem Bundesplatz und der Gurten mit der neuen Rodelbahn. «Und das Marzilibad ist extrem wichtig, auch wenn man damit kein Geld verdienen kann», fügt er hinzu. Für das Berner Monopoly können sich auch Firmen bewerben: «Zehn Berner Firmen dürfen eine Strasse repräsentieren und abgebildet werden – Logos sind dabei nicht zugelassen», erklärt Tschumper. Natürlich könne auch die Berner Bevölkerung Vorschläge einreichen, welche Firma besonders gut zu Bern passe.

Hilfe beim Berndeutsch

Auch in einem anderen Punkt holt sich die Liechtensteiner Spielagentur die Unterstützung der Berner. Tschumper: «Für die Mundart benötigen wir die Native Speakers von Bern Tourismus.» Die Zusammenarbeit geht aber noch weiter: «Wir werden für das Spiel vor allem Content, Bildmaterial und Inputs für wichtige Sehenswürdigkeiten liefern», erklärt Nicole Schaffner, Sprecherin von Bern Tourismus. Man ziehe auch in Erwägung, das Spiel ab September im Online-Shop zu vertreiben.

Denn auch touristisch gesehen habe das berndeutsche Monopoly durchaus Potential: «Wir können uns gut vorstellen, dass das Spiel nicht nur bei Bernern und Heimwehbernern gut ankommt, sondern auch bei den zahlreichen Schweizer Touristen», so Schaffner. Auch Tschäppät freut sich, dass Bern wieder in aller Munde sein wird: «Als Stadt muss man aktiv sein, um attraktiv zu bleiben. Zudem gibt das Spiel unserer Jugend die Möglichkeit, mit anderen an einem Tisch zu sitzen und zu plaudern. Daher freue ich mich doppelt.»

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