Aktualisiert 17.09.2011 23:05

National League ABern gewinnt knapp - Kloten mit erster Pleite

Der SCB kann eine verloren geglaubte Partie gegen Fribourg doch noch drehen. Kloten holt sich die erste Saisonniederlage und Davos besiegt die Lakers dank eines fulminanten Schlussspurts.

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mon

Nach einem 0:2-Rückstand nach gut 16 Minuten kehrte Bern gegen Fribourg in die Partie zurück und siegte etwas glückhaft mit 3:2 nach Penaltyschiessen. Neun Jahre lang hatte Dubé in Bern für Begeisterungsstürme gesorgt. Mit zwei Meistertiteln im Gepäck verliess er den SCB zusammen mit seinem "Compagnon" Simon Gamache in diesem Sommer in Richtung Freiburg. Bei Gottéron gehörten sie in den ersten drei Partien der neuen Spielzeit gleich zu den Leadern. Bei der Rückkehr an ihre frühere Arbeitsstätte erlebte das Duo ein Wechselbad der Gefühle. Erst erhöhte Gamache auf Pass von Dubé auf 2:0 (17.) - nur 77 Sekunden nachdem Franco Collenberg die Freiburger in Führung gebracht hatte. Am Schluss war es ausgerechnet Dubé, der den letzten Penalty nicht an Berns starkem Goalie Marco Bührer vorbei brachte.

Gottéron mit dem neuen Trainer Hans Kossmann (letzte Saison Assistent in Bern) verpasste es im Mitteldrittel (13:3 Torschüsse für Gottéron) entscheidend davon zu ziehen. Denn nachdem die Freiburger zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt gelassen hatten, kam der SCB durch Travis Roche kurz vor der zweiten Pause wie aus dem nichts zum 1:2-Anschlusstreffer. Fünf Minuten vor dem Ende besass Fribourg die Chance, die Partie erneut zu entscheiden. Doch auch im doppelten Überzahl-Spiel von 94 Sekunden erzielten sie keinen Treffer. Und prompt bestrafte Bern die Nachlässigkeiten: Jean-Pierre Vigier glich in der 58. Minute im Powerplay zum 2:2 aus. Im Penaltyschiessen trafen Martin Plüss und Pascal Berger für den SCB, während bei Fribourg einzig Julien Sprunger erfolgreich war.

Kloten holt sich die erste Saisonniederlage

Die Kloten Flyers haben überraschend ihre erste Niederlage kassiert. Die Zürcher Unterländer unterlagen zuhause dem deutlich tiefer eingestuften Ambri-Piotta mit 2:3 nach Verlängerung. Kloten musste froh sein, dass es überhaupt noch einen Punkt ergattern konnte. Nach 51 Minuten hatte das Team von Anders Eldebrink gegen den Aussenseiter mit 0:2 im Rückstand gelegen, ehe Romano Lemm mit seinen zwei Toren die Overtime erzwang. Das 2:2 fiel 99 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit, als Kloten mit einem sechsten Feldspieler agierte.

Dass Ambri-Piotta am Schluss doch noch jubeln durfte, hatten die Leventiner Maxim Noreau zu verdanken. Der kanadische Verteidiger besorgte in der Verlängerung nach 40 Sekunden mit einer schönen Einzelleistung das entscheidende 3:2. Für Ambri, das den zweiten Sieg in Serie feierte, war es der erste Erfolg in Kloten seit Dezember 2007.

Davos mit Schlusspurt

Meister Davos hat sich nach zwei Niederlagen gefangen. Dank eines 6:3-Auswärtssiegs gegen die Rapperswil-Jona Lakers schoben sich die Bündner wieder über den Strich.

Das erste Tor dieser Partie hatte Rapperswil-Jona geschossen. Und auch nachdem die Davoser im von Strafen und Provokationen geprägten Mitteldrittel aus dem 1:1 ein 3:1 gemacht hatten, sahen sie sich mit viel Gegenwehr konfrontiert. Dank Andreas Camenzind und Stacy Roest konnten die St. Galler zu Beginn des letzten Abschnitts das Skore ausgleichen.

Es war schliesslich Dino Wieser, der mit einem unberechenbaren Schuss zum 4:3 in der 53. Minute den Match in die für die Gäste gewünschten Bahnen lenken konnte. Beim 5:3 von Taticek und dem 6:3 von Sejna war «Rappi» ohne Goalie, dafür mit einem zusätzlichen Feldspieler auf dem Eis. Der HCD war in der Endabrechnung die abgeklärtere Mannschaft. Rapperswil-Jona ist gegen Davos seit mittlerweile zwölf Duellen ohne Sieg.

Langnau holt sich den Sieg in den letzten Minuten

Bis zehn Minuten vor dem Ende führte Lugano in Langnau 3:1 und schien die Partie im Griff zu haben. Doch dann drehten entfesselte SCL Tigers die Partie noch zum 4:3. Es war ein Ende, das nicht mehr hatte erwartet werden können. Doch Claudio Moggis Anschlusstreffer zum 2:3 zehn Minuten vor dem Ende war die Initialzündung zu einer spektakulären Wende. Claudio Neff und später (im Powerplay) Pascal Pelletier sorgten in der 57. Minute mit ihren Treffern innerhalb von 23 Sekunden doch noch für den Sieg der SCL Tigers. Es war der erste «Dreier» für die Emmentaler.

Damit wurden die SCL Tigers doch noch belohnt für den grossen Aufwand, den sie davor betrieben hatten. Bis zum 2:3 scheiterten sie immer wieder an ihrem letztjährigen Keeper Benjamin Conz, der auf die neue Saison ins Tessin gewechselt hatte. Vor allem im Powerplay - Lugano kassierte total 12 Zweiminutenstrafen - liessen sie zahlreiche ausgezeichnete Chancen aus. Das 1:3 von Doppeltorschütze Jaroslav Bednar (36.) hatten sie gar in Überzahl spielend kassiert.

Lugano fühlte sich nach dem 3:1 wohl zu sicher. Nachdem sie zwei Drittel lang abgeklärt und souverän gespielt hatten, entglitt den Tessinern die Partie unerwartet. Die Akzente bei Lugano setzten die "Oldies": Bednar (zwei Tore), Rob Niedermayer (zwei Assists) und Petteri Nummelin (ein Tor/ein Assist) sorgten für den Vorsprung. Auffällig: Letzte Saison hatte Nummelin ganze drei Tore erzielt, nun weist er nach vier Partien (nebst vier Assists) bereits zwei Treffer vor.

Die Gala von Damien Brunner

Der EV Zug hat mit dem 7:3-Heimsieg gegen Genève-Servette seine Ungeschlagenheit gewahrt und die Tabellenspitze übernommen. Der herausragende Mann bei den Innerschweizern war Damien Brunner.

Der Nationalmannschafts-Stürmer verbuchte drei Tore und zwei Assists. Er erzielte mit einem Backhand-Volley das wichtige 3:2 in der 34. Minute sowie innert 17 Sekunden (!) die Treffer zum 5:3 und 6:3 (50.). Esa Pirnes stand seinem Teamkollegen Brunner in fast nichts nach. Der erst kürzlich vom EVZ verpflichtete Finne machte mit drei Toren und einem Assist ebenfalls auf sich aufmerksam. Dies waren seine ersten Skorerpunkte auf Schweizer Eis. Die Gastgeber demonstrierten teilweise Traum-Kombinationen. Dabei hatte die Partie schlecht begonnen für sie. Nach 17 Minuten lagen sie mit 0:2 im Hintertreffen. Beide Gegentore hatten sie in Unterzahl einstecken müssen.

Servette wartet immer noch auf seinen ersten Saison-Sieg und verbleibt am Tabellenende. Die Genfer haben allerdings erst zwei Partien ausgetragen.

NLA, 4. Runde (17.9.11)

Bern - Fribourg 3:2 (0:2, 1:0, 1:0, 0:0) n.P.

PostFinance-Arena. - 16'045 Zuschauer. - SR Kurmann, Kaderli/Wüst.

Tore: 15. Collenberg (Botter, Cadieux) 0:1. 17. Gamache (Dubé, Rosa) 0:2. 39. Roche (Martin Plüss, Reichert) 1:2. 58. Vigier (Pascal Berger/Ausschluss Birbaum) 2:2. - Penaltyschiessen: Gardner -, Benny Plüss -; Martin Plüss 1:0, Sprunger 1:1; Vigier -, Rosa -; Rüthemann -, Bykow -; Pascal Berger 2:1, Dubé -. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg. - PostFinance-Topskorer: Ritchie; Rosa.

Bern: Bührer; Roche, Dominic Meier; Jobin, Kwiatkowski; Schlumpf, Beat Gerber; Pascal Berger, Ritchie, Vermin; Neuenschwander, Froidevaux, Scherwey; Déruns, Martin Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Reichert; John Fritsche.

Fribourg: Simon Rytz; Heins, Birbaum; Loeffel, Barinka; Ngoy, Collenberg; Beutler, Abplanalp; Rosa, Dubé, Gamache; Sprunger, Bykow, Benny Plüss; Cadieux, Botter, Knoepfli; Hasani, Lüssy, Brügger.

Bemerkungen: Bern ohne Morant, Höhener, Philippe Furrer, Hänni und Lötscher (alle verletzt), Fribourg ohne Lukas Gerber, Jeannin und Tristan Vauclair (alle verletzt). NLA-Debüt von Schlumpf. Schlumpf mit Handverletzung ausgeschieden (15.). Timeout Fribourg (55.).

Kloten - Ambri-Piotta 2:3 n.V. (0:0, 0:1, 2:1, 0:1)

Kolping Arena. - 5657 Zuschauer. - SR Reiber, Bürgi/Marti.

Tore: 34. Kutlak (Lachmatow, Landry/Ausschlüsse Westcott und DuPont) 0:1. 51. (50:36) Kariya (Pestoni) 0:2. 52. (51:39) Lemm (Wick) 1:2. 59. Lemm (Santala, Westcott) 2:2. 61. (60:40) Noreau 2:3. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Kloten plus 10 Minuten gegen DuPont (unsportliches Verhalten), 6mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta plus 10 Minuten gegen Duca (unsportliches Verhalten). - PostFinance-Topskorer: Liniger; Pestoni.

Kloten: Rüeger; DuPont, Blum; Schelling, Berger; Westcott, Winkler; Marti, Herren; Sindel, Santala, Bieber; Jacquemet, Liniger, Bodenmann; Stancescu, Lemm, Wick; Jenni, Walser, Kellenberger.

Ambri-Piotta: Bäumle; Sidler, Kutlak; Kobach, Noreau; Schulthess, Trunz; Mattia Bianchi, Casserini; Lachmatow, Landry, Grassi; Elias Bianchi, Kariya, Pestoni; Stucki, Walker, Raffainer; Botta, Schlagenhauf, Duca.

Bemerkungen: Kloten ohne Du Bois, Steiner, Hollenstein und Nordgren (alle verletzt). Ambri-Piotta ohne Trevor Meier, Demuth (beide verletzt), Müller (krank), Westrum, Murovic, Vassanelli, Incir und Hofmann (alle überzählig). Kloten in 59. bis zum 2:2 ohne Torhüter, dafür mit sechstem Feldspieler.

Rapperswil-Jona Lakers - Davos 3:6 (1:1, 0:2, 2:3)

Diners Club Arena. - 5280 Zuschauer. - SR Popovic, Fluri/Müller.

Tore: 16. (15:50) Maurer (Roest, Suri/Ausschluss Sejna) 1:0. 17. (16:10) Reto von Arx (Sciaroni, Forster) 1:1. 36. (35:54) Sykora (Sejna) 1:2. 37. (36:43) Untersander (Wieser) 1:3. 43. Camenzind (Suri, Roest/Ausschluss Jan von Arx) 2:3. 45. Roest 3:3. 53. Wieser (Sciaroni, Jan von Arx) 3:4. 60. (59:04) Taticek (Reto von Arx, Back/Ausschluss Rizzi!, ins leere Tor) 3:5. 60. (59:34) Sejna (Ausschluss Rizzi!, ins leere Tor) 3:6. - Strafen: 9mal 2 Minuten plus 10 Minuten gegen Maurer (unsportliches Verhalten) gegen Rapperswil-Jona, 12mal 2 Minuten plus 10 Minuten gegen Sciaroni (unsportliches Verhalten) gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Reid; Sejna.

Rapperswil-Jona: Manzato; Bucher, Geyer; Walser, Maurer; Gmür, Burkhalter; Siren, Marzan; Reid, Hartigan, Thibaudeau; Murray, Roest, Suri; Riesen, Camenzind, Rizzello; Berger, Grauwiler, Hürlimann.

Davos: Genoni; Stoop, Forster; Jan von Arx, Grossmann; Ramholt, Back; Bürgler, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Sejna; Sciaroni, Steinmann, Wieser; Untersander, Geiger, Sieber; Rizzi.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Welti, Lemm, Büsser, Gailland (alle verletzt) und Neukom (überzählig). Davos ohne Guggisberg, Joggi (beide verletzt), Guerra und Kuonen (beide überzählig). Bemerkungen: 3. Hartigan verletzt ausgeschieden. 22. Lattenschuss Riesen. 25. Lattenschuss Burkhalter. 26. Murray verletzt ausgeschieden. 45. Time-out Davos. 58. Time-out Rapperswil-Jona.

SCL Tigers - Lugano 4:3 (0:1, 1:2, 3:0)

Ilfis. - 5558 Zuschauer. - SR Kämpfer, Kehrli/Kohler.

Tore: 7. Bednar (Daniel Steiner/Ausschluss Simon Moser) 0:1. 25. Perrault (Reber/Ausschluss Nodari) 1:1. 33. Nummelin (Sannitz, Niedermayer) 1:2. 36. Bednar (Niedermayer/Ausschluss Reuille!) 1:3. 51. Claudio Moggi (Schilt) 2:3. 57. (56:31) Neff (Sandro Moggi, Claudio Moggi) 3:3. 57. (56:54) Pelletier (Genazzi, Reber/Ausschluss Kienzle) 4:3. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 12mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: McLean; Nummelin.

SCL Tigers: Esche; Reber, Kim Lindemann; Stettler, Lardi; Schilt, Simon Lüthi; Christian Moser; Sandro Moggi, Claudio Moggi, Neff; Perrault, Pelletier, Genazzi; Lukas Haas, McLean, Simon Moser; Leblanc, Gustafsson, Adrian Gerber; Rexha.

Lugano: Benjamin Conz; Nummelin, Hirschi; Kienzle, Julien Vauclair; Ulmer, Nodari; Blatter, Profico; Domenichelli, Kamber, Bednar; Jörg, Sannitz, Niedermayer; Daniel Steiner, Romy, Rintanen; Simion, Conne, Reuille.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Tobias Bucher und Philippe Rytz, Lugano ohne Brady Murray (alle verletzt). Pfostenschuss Nodari (29.). Timeouts SCL Tigers (52.) und Lugano (59:53). Lugano von 59:00 bis 59:18 und ab 59:30 ohne Torhüter.

Zug - Genève-Servette 7:3 (1:2, 2:0, 4:1)

Bossard Arena. - 4911 Zuschauer. - SR Stricker, Mauron/Tscherrig.

Tore: 6. Rubin (Bezina/Ausschluss Christen) 0:1. 17. (16:55) Fata (Bezina/Ausschluss Rüfenacht) 0:2. 18. (17:45) Pirnes (Christen, Duri Camichel) 1:2. 33. (32:34) Chiesa (Metropolit) 2:2. 34. (33:22) Brunner (Schnyder, Pirnes) 3:2. 45. (44:08) Pirnes (Brunner) 4:2. 45. (44:30) Salmelainen (Rubin, Bezina) 4:3. 50. (49:02) Brunner (Oppliger, Lindemann) 5:3. 50. (49:19) Brunner (Lindemann) 6:3. 52. Pirnes (Brunner, Casutt) 7:3. - Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Zug, 8mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Metropolit; Salmelainen.

Zug: Markkanen; Helbling, Fischer; Furrer, Erni; Chiesa, Wozniewski; Blaser; Brunner, Pirnes, Schnyder; Christen, Metropolit, Duri Camichel; Lüthi, Rüfenacht, Casutt; Rossi, Oppliger, Lindemann.

Genève-Servette: Stephan; Schneeberger, Bezina; Pothier, Mercier; Hecquefeuille, Gian-Andrea Randegger; Vukovic, Gautschi; Simek, Flurin Randegger, Fritsche; Walsky, Rubin, Salmelainen; Fata, Trachsler, Friedli; Rivera, Berthon, Gerber.

Bemerkungen: Zug ohne Corsin Camichel (krank), Sutter (verletzt) und Holden (gesperrt). Genève-Servette ohne Pivron (überzählig), Savary und Brunner (beide verletzt).

National League A

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