Ostermundigen: Bern hat ersten schwarzen Parlamentspräsidenten
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OstermundigenBern hat ersten schwarzen Parlamentspräsidenten

Thulani Thomann (34) sagt, dass seine Hautfarbe politisch nie eine Rolle gespielt habe. Auch als höchster Ostermundiger will er dies nicht in den Fokus rücken.

von
Felicia Hofmann
Thulani Thomann, der erste schwarze Präsident eines Parlamentes im Kanton Bern.

Thulani Thomann, der erste schwarze Präsident eines Parlamentes im Kanton Bern.

FEH

Barack Obama war der erste schwarze Präsident der USA, Thulani Thomann ist der erste schwarze Präsident eines Parlamentes im Kanton Bern: Als solcher ist der SP-Politiker nun höchster Ostermundiger. Der Sohn eines Ostermundiger Politikers und einer afrikanischen Mutter sagt, dass auf seinem politischen Weg seine Hautfarbe nie eine Rolle gespielt habe. «Die meisten sind froh, wenn Menschen ihre Freizeit in die Gemeinde investieren».

Thomann macht klar, dass er seine erworbene Plattform nicht nutzen will, um über rassistische Schikanen - die er als Jugendlicher erlebte und auch heute zum Teil noch erdulden muss - zu debattieren. «Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen, die Vorurteile gegenüber Ausländer revidieren. Schliesslich ist ja der ganze Planet voller Ausländer».

«Schwarzer Bundesrat braucht noch Zeit»

Ist die Schweiz nach dem ersten schwarzen Parlamentspräsidenten also bald parat für einen schwarzen Bundesrat? «Früher oder später schon. Aber ich denke, dass es seine Zeit brauchen wird», meint Thomann.

Neben Parlament, SP-Vorstand und Schulkommission arbeitet Thomann als Fitnessinstruktor, geht gerne auf Pilzsuche und gönnt sich gelegentlich ein Fyrabebier. Aufgrund seines jungen Aussehens müsse er dafür regelmässig den Ausweis zücken, sagt der 34-Jährige. «Sobald ich spreche merkt man mir aber das Alter an».

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