National League A: Bern: In vier Minuten Davos besiegt
Aktualisiert

National League ABern: In vier Minuten Davos besiegt

Nach der vierten Runde der NLA-Meisterschaft weist nur noch ein Team eine makellose Weste auf. Während Kloten beim 7:2 gegen Langnau die Frühform eindrücklich bestätigte, mussten Davos und Zug erstmals Punkte abgeben.

von
tog

Später Lohn

Bis zur 58. Minute drohte Bern in Davos die zweite Nullnummer des Weekends. Durch den Ausgleich von Travis Roche (58.) und den Siegtreffer von Joel Kwiatkowski nach 89 Sekunden der Verlängerung nahmen die Berner dann doch reiche Beute in die Hauptstadt mit.

Dass den HCD der «sudden death» ereilte, war einer Verkettung mehrerer Umstände zuzuschreiben. Christian Dubé erspielte sich den Puck, Ryan Gardner lancierte Joel Kwiatkowski, der Verteidiger überlief René Back und traf im Fallen, wobei Leonardo Genoni keinen glücklichen Eindruck hinterliess.

Wer erwartet hatte, die Berner würden nach dem eher enttäuschenden Start von Beginn weg viel Druck machen, sah sich getäuscht. Dennoch kamen die «Mutzen» im ersten Drittel zu einem Übergewicht, auch, weil bei den Bündnern die Zuordnung noch nicht wunschgemäss stimmte. Die klarste Chance liess Tristan Scherwey aus, der solo an Genoni scheiterte (7.).

Der Keeper war in den ersten beiden Abscnitten der klar beste HCD- Spieler, mit zunehmender Matchdauer steigerten sich aber auch seine Vorderleute. Grégory Sciaroni gab mit einem Pfostenschuss eine erste Warnung an die Adresse des Meisters ab (32.), fünf Minuten später eröffnete Dario Bürgler das Skore (37.).

Die Bündner kontrollierten dann die Partie und die Gäste mussten sich bei Marco Bührer bedanken, dass sie im Spiel blieben. Der Keeper zeigte zwei Glanzparaden gegen Reto von Arx und Jaroslav Bednar, welche letztlich entscheidenden Einfluss auf den Matchausgang hatten.

Ein Sieg der Arbeit

Ausgerechnet Lugano, das am Freitag in Biel sang- und klanglos untergegangen und unter den Strich gerutscht war, fügte dem EV Zug die erste Saisonniederlage zu. Schon nach 24 Minuten führte Lugano 4:0; am Ende stand es 5:0.

Lugano erarbeitete sich den Sieg. In Abwesenheit von Ben Clymer, Brady Murray (beide verletzt) und Hant Domenichelli (krank) setzten sich die «Arbeitsbienen» Kevin Romy (1:0), Dario Kostovic (2:0), Flavien Conne (3:0) und Raffaele Sannitz (4:0) ausgezeichnet in Szene. Die Tore vom 1:0 zum 4:0 fielen innerhalb von 146 Sekunden.

Die ersten zwei Tore erzielte Lugano in Überzahl; das 2:0 durch Dario Kostovic fiel nach bloss 21 Powerplaysekunden. Der EV Zug sah sich danach zu keiner Reaktion im Stande: Nach dem Fehlstart in den zweiten Abschnitt kamen die Schweizer erst in der 31. Minute zum ersten Torschuss auf David Aebischer, der zu seinem achten NLA- Shutout kam und sich diesen nur im Schlussabschnitt erarbeiten musste.

Flyers für Tigers zu schnell

25 Minuten lang hielt Langnau in Kloten ein torloses Unentschieden. Nach dem ersten Gegentor brach aber der Abwehr-Damm. Kloten überforderte die SCL Tigers tempomässig und kam zu einem weiteren Kantersieg (7:2).

Langnau hätte die Partie womöglich in eine anderen Bahn lenken können, wenn sie aus den vier Klotener Strafen in den ersten sechs Minuten Kapital geschlagen hätten. Die Tigers agierten aber in Überzahl unbeholfen, leisteten sich sogar einen Wechselfehler, was sie fast zwei Minuten doppelte Überzahl kostete.

Die Kloten Flyers machten es besser: Nach dem Führungstor von Captain Victor Stancescu (nach einem Fehlpass von Simon Lüthi) nützten sie ihre erste doppelte Überzahl zum 2:0 durch Félicien Du Bois (Fehler von Goalie Benjamin Conz). Tommi Santala stellte mit dem 3:0 nach 33 Minuten den Sieg früh sicher. Die ersten drei Tore fielen innerhalb von sieben Minuten. Der junge Denis Hollenstein buchte drei weitere Skorerpunkte.

Hyvönens Gala

Innerhalb von fünf Minuten entschieden die Lakers das Spiel gegen Biel für sich. Der Finne Hannes Hyvönen mit einer Doublette (28./31.) und Cyrill Geyer (33.) erzielten die Tore zu Rapperswils 3:0-Erfolg.

Hannes Hyvönen erweist sich für die Lakers als Glücksgriff. Schon am Freitag in Freiburg waren dem Flügelstürmer zwei Tore gelungen. Gegen Biel entwischte Hyvönen beim 1:0 der Bieler Abwehr; 192 Sekunden später erwischte er Reto Berra zwischen den Schonern. Hyvönen gilt als Winnertyp: Er hat in seiner Karriere schon die Euroliga (mit Turku), den Titel in Finnland (2x mit Oulu), den Spengler Cup (2009 mit Minsk) und die KHL (2010 mit Bars Kasan) gewonnen.

Unterschiedliche Leistungen boten die Goalies. Reto Berra gab bei den letzten zwei Gegentoren keine gute Figur ab. Matthias Schoder dagegen feierte mit 24 Paraden einen Shutout. Schoder stand für Daniel Manzato im Kasten, der am Freitag in Freiburg wegen Patellasehnenproblemen hatte ausgewechselt werden müssen.

Erster Sieg für Headcoach Muller

Die vorher noch punktelosen ZSC Lions und ihr neuer Headcoach Colin Muller haben ihr erstes Erfolgserlebnis. Durch das 4:1 gegen Ambri-Piotta gaben sie die «rote Laterne» an die Leventiner ab.

Dem Zürcher Starensemble war die nach drei Niederlagen verständliche Verunsicherung leicht anzumerken, im Startdrittel gab es zwar ein optisches Plus, aber nur wenige zwingende Aktionen über mehrere Stationen. Im Duell gegen die schwächste Defensive der Liga brach der Bann dann aber bei den beiden ersten Strafen gegen die Leventiner: Blaine Down mit seinem ersten Saisontreffer (24.) und Thierry Paterlini (30.) sorgten mit ihren Überzahltoren für etwas Sicherheit.

Nach dem schön herausgespielten Anschlusstreffer durch den erst 17-Jährigen Grégory Hofmann (32.) erhöhten die Gastgeber die Kadenz wieder und Topskorer Patrik Bärtschi stellte noch vor der zweiten Sirene den Zweitore-Vorsprung wieder her.

Servette mit Torestau

Fribourg-Gottéron hat das erste Romandie-Derby der Saison gewonnen. Das Team von Serge Pelletier setzte sich bei Genf-Servette 5:2 durch.

Die Freiburger verdienten sich die erfolgreiche Revanche für das schmerzhafte Viertelfinal-Out in den letzten Playoffs - nach 3:1- Führung - durch eine abgeklärte Offensivleistung. Wie beim 8:3 gegen Rapperswil am Vortag überzeugte vor allem Simon Gamache. Die einstige Fribourg-Reizfigur erzielte das «Game-Winning-Goal» und den abschliessenden Treffer ins leere Tor und bereitete das 4:2 von Pavel Rosa vor.

Bei den Genfern ist hingegen die Offensive das grosse Problem. In vier Partien haben die Playoff-Finalisten der Vorsaison erst fünfmal getroffen. Natürlich fehlen mit den Internationalen Thomas Déruns und Daniel Rubin die beiden stärksten Schweizer Skorer, aber damit allein kann die Tor-Impotenz noch nicht begründet werden. Sinnbild für die Verunsicherung war Eric Walsky, der in der 43. Minute beim Stande von 2:3 zweimal das leere Tor verfehlte. Und auch Richard Park, der neue Spektakelmacher, ist noch weit von seiner Bestform entfernt.

Genf-Servette - Fribourg-Gottéron (0:1, 2:2, 0:2)

Les Vernets. - 6859 Zuschauer. - SR Reiber, Fluri/Müller

Tore: 8. Wirz (Heins, Lauper) 0:1. 22. Rivera (Walsky) 1:1. 26. Toms (Pothier/Ausschluss Plüss) 2:1. 29. Plüss (Sprunger) 2:2. 34. Gamache (Rosa/Ausschluss Pivron) 2:3. 55. Rosa (Gamache, Wirz) 2:4. 59. Gamache (Rytz) 2:5 (ins leere Tor)

Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten(Rivera) gegen Genf, 7mal 2 Minuten gegen Fribourg. - PostFinance-Topskorer: Park; Rosa.

Genf-Servette: Stephan; Mercier, Bezina; Pothier, Höhener; Gobbi, Breitbach; Vukovic; Toms, Park, Salmelainen; Rivera, Savary, Walsky; Cadieux, Trachsler, Randegger; Berthon, Conz, Pivron; Barbero.

Fribourg-Gottéron: Caminada; Heins, Birbaum; Abplanalp, Collenberg; Loeffel, Ngoy; Gerber, Rytz; Rosa, Jeannin, Gamache; Leblanc, Botter, Knöpfli; Sprunger, Plüss, Bykow; Lauper, Wirz, Lachmatow.

Bemerkungen: Genf-Servette ohne Rubin, Déruns (beide verletzt) und Meunier (überzähliger Ausländer), Fribourg-Gottéron ohne Huet (noch ohne Lizenz), Aubin und Mowers (beide verletzt). Lattenschüsse: 6. Park, 40. Plüss, 54. Bezina. Genf-Servette zwischen 56:16 und 58:31 ohne Goalie. 57. Timeout Genf-Servette.

Rapperswil-Jona - Biel 3:0 (0:0, 3:0, 0:0)

Diners Club. - 4033 Zuschauer. - SR Mandioni, Bürgi/Zosso

Tore: 28. Hyvönen (Roest) 1:0. 31. Hyvönen (Pöck, Suri/Ausschluss Trunz) 2:0. 33. Geyer (Thibaudeau) 3:0

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 6mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance- Topskorer: Roest; Bordeleau.

Rapperswil-Jona: Schoder; Pöck, Sven Berger; Andreas Furrer, Blatter; Maurer, Gmür; Geyer, Bucher; Hyvönen, Roest, Samuel Friedli; Riesen, Reid, Suri; Neff, Grauwiler, Rizzello; Thibaudeau, Sirén, Neukom.

Biel: Berra; Wellinger, Steinegger; Schneeberger, Trunz; Kparghai, Brown; Seydoux, Haas; Spylo, Bordeleau, Zigerli; Ehrensperger, Tschantré, Deny Bärtschi; Fata, Miéville, Nüssli; Lötscher, Gloor, Wetzel.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Burkhalter (krank), Manzato, Gailland, Nordgren und Truttmann, Biel ohne Peter und Fröhlicher (alle verletzt). Neff verletzt ausgeschieden (41.). - Pfostenschüsse: Neff (23.), Grauwiler (29.), Hyvönen (53.); Spylo (58.).

ZSC Lions - Ambri-Piotta 4:1 (0:0, 3:1, 1:0)

Hallenstadion. - 6859 Zuschauer. - SR Eichmann, Arm/Küng

Tore: 24. Down (Pittis, Murphy/Ausschluss Kutlak) 1:0. 30. Paterlini (Wichser, Ambühl/Ausschluss Brunner) 2:0. 32. Hofmann (Pestoni) 2:1. 37. Bärtschi (Westcott, Pittis) 3:1. 55. Down 4:1

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Bärtschi; Lehoux.

ZSC Lions: Flüeler; Murphy, Seger; Westcott, Geering; Schnyder, Stoffel; Monnet, Wichser, Ambühl; Down, Pittis, Bärtschi; Bühler, Ziegler, Paterlini; Krutow, Bastl, Ryser.

Ambri-Piotta: Bäumle; Kutlak, Gautschi; Stirnimann, Randegger; Casserini, Kobach; Marghitola; Bianchi, Meier, Demuth; Walker, Kariya, Lehoux; Duca, Westrum, Raffainer; Pestoni, Brunner, Hofmann.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Schommer (verletzt), Ambri ohne Bundi, Botta, Murovic (alle verletzt).

Kloten - Langnau 7:2 (0:0, 3:0, 4:2)

Kolping. - 5042 Zuschauer. - SR Stricker, Abegglen/Kaderli

Tore: 26. Stancescu 1:0. 28. Du Bois (Jenni, Denis Hollenstein/ Ausschlüsse Iggulden, Lüthi) 2:0. 33. Santala (Rintanen, Bieber/ Ausschluss Reber) 3:0. 45. Jenni (Romano Lemm, Denis Hollenstein) 4:0. 50. (49:20) Aurelio Lemm 4:1 (Penalty). 51. (50:17) Blum (Rintanen, Santala) 5:1. 51. (50:38) Denis Hollenstein (Jenni, Romano Lemm) 6:1. 56. Bell 7:1. 60. Steiner (Iggulden, Brooks) 7:2

Strafen: je 6mal 2 Minuten

PostFinance-Topskorer: Rintanen; Reber.

Kloten: Rüeger; Blum, Dupont; von Gunten, Du Bois; Mettler, Winkler; Welti; Rintanen, Santala, Bieber; Denis Hollenstein, Romano Lemm, Jenni; Stancescu, Liniger, Bell; Bodenmann, Kellenberger, Jacquemet; Herren.

Langnau: Benjamin Conz; Curtis Murphy, Lardi; Schilt, Lüthi; Reber, Kim Lindemann; Marolf; Brooks, Pelletier, Schild; Helfenstein, Camenzind, Simon Moser; Claudio Moggi, Adrian Gerber, Sandro Moggi; Steiner, Genazzi, Iggulden; Aurelio Lemm.

Bemerkungen: Kloten ohne Hamr, Schulthess und Sidler, Langnau ohne Flückiger und Christian Moser (alle verletzt).

Davos - Bern 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:1) n.V.

Vaillant Arena. - 5917 Zuschauer. - SR Rochette, Mauron/Schmid

Tore: 37. Bürgler (Jan von Arx) 1:0. 58. Roche (MacLean, Vigier) 1:1. 62. (61:29) Kwiatkowski (Gardner) 1:2

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Bern

Postfinance-Topskorer: Sykora; Gardner.

Davos: Genoni; Tallarini, Forster; Ramholt, Grossmann; Ramholt, Grossmann; Jan von Arx, Back; Guerra; Sciaroni, Reto von Arx, Taticek; Bednar, Rizzi, Sykora; Joggi, Steinmann, Bürgler; Marc Wieser, Marha, Dino Wieser.

Bern: Bührer; Krueger, Beat Gerber; Roche, Furrer; Stettler, Kwiatkowski; Jobin, Hänni; Neuenschwander, Plüss, Rüthemann Reichert, MacLean, Vigier; Gardner, Dubé, Scherwey; Berger, Froidevaux, Vermin.

Bemerkungen: Davos ohne Guggisberg, Sejna, Stoop, Untersander (alle verletzt), Bern ohne Dominic Meier (verletzt). Bern zwischen 19:57 und 20:00 ohne Goalie. 32. Pfostenschuss Sciaroni.

Lugano - Zug 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)

Resega. - 4442 Zuschauer. - SR Kurmann, Kohler/Wermeille

Tore: 9. Romy (Reuille, Hirschi/Ausschluss Chiesa) 1:0. 19. Kostovic (Conne, Tristan Vauclair) 2:0. 21. (20:15) Conne (Kostovic) 3:0. 22. Sannitz (Hirschi, Romy/Ausschluss Wozniewski) 4:0. 51. Oliver Kamber (Schlagenhauf, Hirschi) 5:0

Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Jörg) gegen Lugano, 7mal 2 Minuten gegen Zug

PostFinance- Topskorer: Hennessy; Metropolit.

Lugano: Aebischer; Nummelin, Helbling; Nodari, Julien Vauclair; Ulmer, Hirschi; Profico, Kienzle; Genoway, Hennessy, Jörg; Reuille, Romy, Sannitz; Kostovic, Conne, Tristan Vauclair; Grassi, Oliver Kamber, Schlagenhauf.

Zug: Markkanen; Oppliger, Diaz; Patrick Fischer II, Wozniewski; Snell, Chiesa; Joss; Fabian Schnyder, Holden, Damien Brunner; Duri Chamichel, Fabian Sutter, Christen; Sven Lindemann, Metropolit, Casutt; Corsin Camichel, Rüfenacht, Di Pietro.

Bemerkungen: Lugano ohne Murray, Clymer (beide verletzt), Burki (überzähliger Ausländer) und Domenichelli (krank), Zug ohne Blaser, Kress und Fabian Lüthi (alle verletzt). Bei Lugano Nummelin verletzt ausgeschieden (ab 41.).

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