Polizeifahndung: Bern lanciert Internet-Pranger für FCZ-Fans
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PolizeifahndungBern lanciert Internet-Pranger für FCZ-Fans

Die Kapo Bern sucht Fans des FC Zürich, die einen Extrazug voller YB-Fans angriffen. Dafür wurden nun unverdeckte Fotos der Täter veröffentlicht.

von
cho
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Mehrere mutmassliche FCZ-Fans werden verdächtigt, im August 2017 einen YB-Extrazug angegriffen zu haben.

Mehrere mutmassliche FCZ-Fans werden verdächtigt, im August 2017 einen YB-Extrazug angegriffen zu haben.

Keystone/Georgios Kefalas
Um sie zu identifizieren, hat die Kapo Bern nun Fotos der Täter veröffentlicht.

Um sie zu identifizieren, hat die Kapo Bern nun Fotos der Täter veröffentlicht.

Keystone/Ennio Leanza
Diese zeigen die zehn gesuchten Personen unverdeckt.

Diese zeigen die zehn gesuchten Personen unverdeckt.

Keystone/Ennio Leanza

Die Kantonspolizei Bern ist noch immer auf der Suche nach mehreren mutmasslichen FCZ-Fans, die im August 2017 einen YB-Extrazug angriffen. Die Kapo hat nun unbearbeitete Fotos der Täter publiziert. Insgesamt zehn Personen wurden geoutet. Sollten genügend Hinweise zur Identifikation der Gesuchten eingehen, werden die Bilder von der Webseite genommen, teilt die Medienstelle der Kapo mit.

Bereits letzte Woche publizierte die Kantonspolizei Bern zusammen mit der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau verdeckte Bilder der zehn gesuchten Anhänger. Diese Publikation blieb jedoch folgenlos, wie die Kapo mitteilt. Aus diesem Grund wurden nun die unverdeckten Aufnahmen veröffentlicht.

Verletzte im Extrazug

Der Angriff der mutmasslichen Anhänger des FC Zürich fand im Bahnhof Herzogenbuchsee BE statt. Dort legte der Zug einen geplanten Halt ein, worauf mehrere Männer die Bahnwagen stürmten, Personen bedrohten und tätlich angriffen.

Ein Bahnangestellter musste sich verletzt in Spitalpflege begeben. Es kam auch zu Sachbeschädigungen. Die YB-Fans reisten mit dem Zug an ein Auswärtsspiel gegen den FC Zürich.

In Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Zürich ermittelten Berner Justiz und Polizei die sechs Männer, die zwischen 22 und 28 Jahre alt sind. Sie wurden wegen diverser Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch sowie das Eisenbahn- und das Personenbeförderungsgesetz angezeigt.

Gegen die Angezeigten hat die Berner Kantonspolizei in der Zwischenzeit Rayonverbote gemäss den Bestimmungen des Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen ausgesprochen.

Nicht der erste Pranger

Es ist nicht das erste Mal, dass die Berner Justiz im Zusammenhang mit Fangewalt zum Instrument des Internetprangers greift. Im Februar dieses Jahres fahndete sie mit Hilfe dieses Instruments nach Personen, welche im Rahmen der Meisterfeier des BSC Young Boys Bern von Sommer 2018 Fackeln gezündet hatten.

2013 gelang es ihr auf diese Weise, mehrere Personen zu identifizieren, welche an der «Tanz dich frei»-Krawallnacht randaliert haben sollen.

(cho/sda)

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