Bern: Mann ausser Rand und Band
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Bern: Mann ausser Rand und Band

Die Passanten staunten nicht schlecht, als am Donnerstag Abend ein Mann in einer Merkur-Filiale in Bern ausrastete. Er verwüstete den Laden und konnte erst von vier Männern überwältigt werden. An Zuschauern mangelte es nicht, zunächst aber an Zivilcourage.

Nach fünf Minuten kam der erste Hilferuf, nach zehn Minuten war alles vorbei. Doch da war die Merkur-Filiale in der Spitalgasse in Bern bereits verwüstet. «Hinter mir hat es plötzlich geknallt», erinnert sich Roger Kohler. Kohler war Augenzeuge, als gestern um 21 Uhr ein Mann die Merkur-Filiale betrat. «Der schätzungsweise 30-Jährige warf plötzlich verschiedene Kisten mit Süssigkeiten zu Boden. Er war sehr wütend», so Kohler weiter.

Geschätzte fünf Minuten habe der Mann, der laut Augenzeugen aus Asien stamme, in der Filiale seiner Wut Luft verschafft. Die Ladenbesucher seien in der Zwischenzeit aus dem Geschäft geflüchtet. Einschreiten wollte bis dahin niemand. «Wir wussten nicht, ob er eine Waffe auf sich trug.» Diese Befürchtung hatte nicht nur Kohler. Vor dem Laden bildete sich eine «grosse Menschenansammlung. Nach fünf Minuten hat schliesslich eine Frau gerufen: Kommt mal jemand zu Hilfe?».

Laut Kohler versuchten darauf, zwei «gut gebaute Herren» den Mann zu überwältigen – vergebens. «Ein älterer Herr konnte den Mann schliesslich von hinten festhalten und ein weiterer Mann kam zu Hilfe», sagt Kohler. Die vier Männer konnten den Mann schliesslich festhalten, bis die Polizei eintraf. Er wurde in Handschellen abgeführt. Gemäss Auskunft der Polizei war der Mann betrunken. Er wollte im Merkur eine Telefonkarte kaufen. Weil das Geschäft keine entsprechende Karten verkaufte, begann er sofort zu randalieren. Der Sachschaden, den der Mann verursachte, bläuft sich laut Stadtpolizei Bern auf rund 10'000 Franken. Verletzt wurde niemand. Der Täter wurde festgenommen und vor den Untersuchungsrichter geführt. Die Polizei sei durch die rund 100 Schaulustigen bei ihrer Verhaftungsaktion teilweise behindert worden.

(meg)

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