Bern: Mann mit Benzin übergossen und angezündet
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Bern: Mann mit Benzin übergossen und angezündet

Weil er 2003 einen Mann mit Benzin bespritzt und angezündet hatte, muss ein 32-jähriger Berner Drogenabhängiger für 16 Monate ins Gefängnis. Seine Ex-Freundin wurde als mögliche Mittäterin freigesprochen, wegen anderer Delikte aber zu 15 Monaten verurteilt.

In der Nacht auf den 21. Juli 2003 war es in der Bundesgasse zwischen einem heute 54-jährigen Passanten und den zwei Angeschuldigten zu einem verbalen Streit gekommen, der schliesslich eskalierte.

Das Kreisgericht Bern-Laupen sah es am Freitag als erwiesen an, dass die heute 26-jährige Frau das Opfer mit Benzin bespritzte, welches das Paar zum Auffüllen eines Mopeds in zwei PET-Flaschen mit sich führte. Ihr 32-jähriger damaliger Verlobter drückte die zweite Flasche zusammen, entzündete das herauslaufende Benzin und warf die Flasche gegen den Kontrahenten.

Leichte Verbrennungen

Das T-Shirt des Mannes fing Feuer. Er rannte davon und konnte das Kleidungsstück gleichzeitig ausziehen. Er erlitt grösstenteils nur leichte Verbrennungen an Rumpf und Armen.

Das Gericht ging davon aus, dass die Frau den 54-jährigen mit Benzin bespritzte, um diesen zu verjagen. Sie habe nicht geplant, das Benzin anzuzünden und habe auch nicht geahnt, dass ihr Freund dies tun werde.

Schuldig sprach das Gericht die Frau jedoch wegen einer Reihe weiterer Delikte, unter anderem wegen mehrfachen Raubs. Der Strafvollzug wurde unter Anordnung einer Suchtbehandlung aufgeschoben.

Vergleich

Der Mann hat mit seinem Handeln aus Sicht des Gerichts schwere Verletzungen des Opfers in Kauf genommen. Der 54-jährige habe Glück gehabt, dass er im wesentlichen mit leichten Verbrennungen davongekommen sei.

Bezüglich der Zivilforderungen hatten sich die Beteiligten bereits am ersten Prozesstag auf einen Vergleich geeinigt: Die Angeschuldigten verpflichteten sich darauf, dem Opfer 2000 Franken Genugtuung zu bezahlen. Im Gegenzug zog sich der Mann als Privatkläger vom Prozess zurück.

(sda)

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