Internetzugang: Bern soll mit Gratis-WLAN punkten
Publiziert

InternetzugangBern soll mit Gratis-WLAN punkten

Mit Gratis-WLAN durch die Stadt surfen? Anderswo ist das längst normal. Das solls jetzt endlich auch in Bern geben, fordern zwei Politiker.

von
nel/nc
Eine Touristengruppe auf der Suche nach dem richtigen Weg in der Berner Altstadt: Ein Gratis-WLAN steht ihnen nicht zur Verfügung, sie müssen sich mit Papierkarten behelfen. Das wollen zwei Politiker ändern.

Eine Touristengruppe auf der Suche nach dem richtigen Weg in der Berner Altstadt: Ein Gratis-WLAN steht ihnen nicht zur Verfügung, sie müssen sich mit Papierkarten behelfen. Das wollen zwei Politiker ändern.

«Zu teuer» – zu diesem Schluss kam der Berner Gemeinderat Anfang des Jahres in seiner Beurteilung über einen kostenlosen Gratis-WLAN-Zugang in der gesamten Stadt. Er rechnete damals vor, dass sich die Betriebskosten jährlich auf 100'000 bis 300'000 Franken belaufen würden –und brach den Versuch ab.

Motion nach den Herbstferien

Doch damit will sich EVP-Stadtrat Matthias Stürmer nicht zufrieden geben. Schliesslich machen es Städte wie St. Gallen und Luzern vor und bieten flächendeckend kostenlosen Internetzugang an. «Daher habe ich mich mit Freunden aus der Informatikbranche zusammengesetzt und gesehen, dass die Umsetzung durchaus möglich ist. Es ist nur eine Frage des Koordinierens und der Kosten, die einmalig für eine zentrale Infrastruktur getätigt werden müssen», sagt Stürmer. Deshalb will er zusammen mit Manuel Widmer von der GFL nach den Herbstferien eine entsprechende interfraktionelle Motion einreichen.

Kosten sollen geteilt werden

Stürmers Idee: Die Kosten sollen zwischen der Stadt und Privaten geteilt werden. Die Stadt oder die Burgergemeinde sollen eine zentrale Plattform errichten. Kostenpunkt: einmalig 100'000 bis 150'000 Franken.

Läden, Restaurants, Hotels oder öffentliche Gebäude sollen dann für ihre Gäste einen Access Point mieten und damit den Unterhalt finanzieren. Dass diese bereit sind, in die Tasche zu greifen, davon ist der Stadtrat überzeugt: «Gerade Hotels geben beispielsweise schon heute Geld aus, um ihren Kunden gratis Internetzugang anzubieten.» Ausserdem will der Politiker die Uni Bern mit an Bord holen, damit auch deren Access Points von Touristen oder Berner ohne Daten-Abo genutzt werden können.

«Eine Win-Win-Situation»

Stürmer weiss, dass es nicht einfach wird, die Motion durchzubekommen. «Es herrscht eine gewisse Ermüdung, was das Thema anbelangt. Auch ich musste mich selbst wieder überwinden, mich damit auseinanderzusetzen», so Stürmer. Trotzdem glaubt er an sein Projekt. «Die Stadt hat versucht, das WLAN auf die Beine zu stellen, ohne selbst Geld zu investieren. Nun hat man eingesehen, dass dies nicht funktioniert. Die Einrichtung des Gratis-WLAN wäre für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.» Deshalb will Stürmer auch versuchen, weitere Partner wie Bern Tourismus mit an Bord zu holen.

Deine Meinung