NLA-Playoffs: Bern souverän, Zug, Davos und Freiburg siegen

Aktualisiert

NLA-PlayoffsBern souverän, Zug, Davos und Freiburg siegen

Bern demontierte in der dritten Runde der Playoff-Viertelfinals Lugano mit 7:0 und scheint seinen Erstrundenfluch tatsächlich abgelegt zu haben. Zug, Davos und Freiburg gehen in ihren Serien jeweils mit 2:1 in Führung.

von
pre

Josi schiesst Bern zum dritten Sieg

Dem SC Bern fehlt nur noch ein Erfolg um seinen «Qualifikationssieger-Fluch» loszuwerden. Das Team von Larry Huras entschied mit 7:0 auch die dritte Partie der Viertelfinal-Serie gegen Lugano für sich.

Beide Teams richteten ihr Augenmerk auf die Defensive, sodass es kaum Torchancen gab. Bis zum 3:0 (38.) von Roman Josi neutralisierten sich die beiden Teams weitgehend. Dass Josi den Widerstand der Tessiner brach, entbehrte nicht einer gewissen Logik. Der 19-Jährige erwischte einen glänzenden Abend und schoss jeweils im Powerplay auch die Tore zum 2:0 (25.) und 6:0 (50.), wobei ihm erstmals in der NLA in einem Spiel drei Treffer gelangen.

Unmittelbar nach der zweiten Drittelspause räumten SCB-Topskorer Ivo Rüthemann (41.), der bereits zum vierten Mal in dieser Serie traf, und Jean-Pierre Vigier (42.) mit einem Doppelschlag innerhalb von 50 Sekunden zum 5:0 auch die letzten (kleinen) Zweifel über den Ausgang der Partie aus.

Marco Bührer feierte den siebenten Shutout in dieser Saison und den 64. in der NLA insgesamt.

Davos - Kloten: RvA dirigierte HCD-Blitzstart

Titelverteidiger Davos fand nach der 4:7-Niederlage vom Donnerstag in Kloten nach zuvor neun Siegen auf Anhieb zum Erfolg zurück. Nach dem 3:2-Heimsieg über die Flyers führen die Bündner in der Serie nun mit 2:1.

HCD-Leitwolf Reto von Arx dirigierte die Bündner zu einem famosen Startdrittel. Er bereitete die ersten beiden Treffer seiner Sturmpartner zur schnellen 2:0-Führung vor und erzielte das 3:1 in der 8. Minute. Die Schüsse eins, drei und vier von Davos landeten dabei in dem von Klotens Nationalgoalie Ronnie Rüeger gehüteten Tor. Die Linie um RvA war bei den ersten drei Einsätzen bei fünf gegen fünf erfolgreich.

Petr Taticek war schon nach nur 18 Sekunden erfolgreich gewesen. Nur gut zwei Minuten später doppelte Dario Bürgler nach. Für Bürgler, der bereits in Spiel 1 der Serie mit dem einzigen Treffer im Penaltyschiessen (4:3) geglänzt hatte, war es das 50. NLA-Tor.

Immer wenn Davos mit hohem Tempo in den Slot der Kloten Flyers vorstiess, bekundeten die Zürcher Unterländer grosse Mühe. Die Flyers kamen erst gegen Ende des Mitteldritttels auf, als zunächst Denis Hollenstein zweimal das 2:3 gegen HCD-Goalie Leonardo Genoni verpasste. Kurz darauf machte es dann aber Klotens Topskorer Tommi Santala besser und erzielte gegen die zu passiv gewordenen Bündner sein Saisontor Nummer 19. Doch verbesserungswürdig blieb für Kloten auch in Spiel 3 der Serie das Überzahlspiel; aus allen vier Powerplays resultierte nicht nur kein Torerfolg, sondern auch kaum Torschüsse.

Am Ende sicherte Davos-Goalie Genoni mit Klasse-Paraden den Sieg des Rekordmeisters. Flyers-Routinier Marcel verpasste in der 57. Minute in Unterzahl gegen Genoni den möglichen Ausgleich zum 3:3. Ebenso Roman Wick, als Kloten in der letzten Minute mit sechs Feldspielern anrannte.

Zug - ZSC Lions: ZSC Lions in Rücklage

Die ZSC Lions erlitten mit einem 3:6-Sieg beim EV Zug die zweite Playoff-Viertelfinal-Niederlage in Folge und liegen in der Serie mit 1:2 zurück. Der frühere ZSC-Kanadier Dale McTavish ragte beim EVZ mit dem Treffer zum 5:3 sowie zwei weiteren Vorlagen heraus.

Janick Steinmann traf doppelt für das Heimteam. Und EVZ- Abwehrchef Micki Dupont und Stürmer Damien Brunner waren mit je mit einem Tor und einem Assist für den Qualifikations-Dritten erfolgreich. Zug zog in einem ruppig geführten Spiel in den letzten zwei Minuten mit einem Doppelschlag innerhalb von 61 Sekunden noch entscheidend davon.

Die ZSC Lions hinterliessen im Startdrittel zwar den hungrigeren Eindruck und verzeichneten 11:5 Torschüsse. Doch Zug bewahrte trotz der gesteigerten ZSC-Intensität gegenüber Spiel 2 kühlen Kopf und übernahm im Mitteldrittel selbst das Kommando (22:6 Schüsse).

Zwölf Minuten nachdem Thibaut Monnet für die Lions in Unterzahl zum 1:1 ausglich, folgte die Antwort des Heimteams mit einem ersten Doppelschlag durch Damien Brunner und Steinmann. Davor hatte Domenico Pittis unter anderem mit einem Crosscheck gegen Fabian Schnyder die ZSC-Lethargie beenden wollen, stattdessen aber nur zusätzlichen Ansporn für den Gastgeber geliefert.

Auch wenn ZSC-Goalie Ari Sulander keine eigentliche Schuld an den sechs Gegentoren traf, scheint offensichtlich, dass sich der 41- jährige Altmeister nicht mehr auf dem Level der glorreichen Champions-League-Tage der ZSC Lions befindet. 13 Gegentore aus den letzten zwei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Aber auch die Offensive der ZSC Lions ist nur noch ein Schatten ihrer Selbst, nachdem die Mannschaft des künftigen Nationaltrainers Sean Simpson in der Qualifikation noch das treffsicherste Team der Liga gewesen war.

Servette - Fribourg: Jeannin schoss Gottéron zum Sieg

Sandy Jeannin schoss Fribourg nach einem 0:2 und 2:3- Rückstand zum überraschenden 4:3-Auswärtssieg gegen Genève- Servette. Gottéron liegt nun nach dem dritten Auswärtssieg in dieser Serie mit 2:1-Siegen in Führung.

Die Voraussetzungen für einen Freiburger Sieg waren denkbar schlecht. Shawn Heins war nach seinem Ausraster gesperrt und für PostFinance-Topskorer Serge Aubin (Kreuzbandriss) ist die Saison nach dem Check von Marco Maurer am Donnerstag zu Ende. Doch Fribourg reagierte auf die Ausfälle mit einer beherzten Leistung und ging am Ende nicht unverdient als Sieger aus dem packenden Duell hervor. Bereits vor zwei Jahren hatte Fribourg in der Viertelfinal-Serie gegen Bern ohne die Teamleader Julien Sprunger (gesperrt) und Andrej Bykow (verletzt) dem Favoriten den Garaus gemacht.

Das 4:3 entstand aus einem Gewühl vor dem Genfer Tor. Der Puck landete erst via Pfosten unter dem Körper von Stephan. Dieser vermochte die Scheibe jedoch nicht zu kontrollieren, und so profierte schliesslich Jeannin von der unübersichtlichen Situation. Bevor die Freiburger abschliessend in Jubel ausbrechen konnten, sahen sich die schiedsrichter die Szene noch auf dem Video an.

Zu den tragischen Figuren aus Genfer Sicht avancierten Goalie Tobias Stephan und Verteidiger Goran Bezina. Beim 1:1- Anschlusstreffer durch Rückkehrer Benjamin Plüss (zuletzt gesperrt) sah Stephan gar nicht gut aus und vor dem 3:3 (56.) durch Corsin Casutt servierte Bezina den Puck dem Torschützen mit einem katastrophalen Fehler «pfannenfertig».

Zug - ZSC Lions 6:3 (0:0, 3:1, 3:2)

In der Serie führt Zug 2:1

Herti. - 6380 Zuschauer (ausverkauft). - SR Reiber/Stalder, Arm/Küng

Tore: 22. Björn Christen (McTavish, Dupont) 1:0. 24. Monnet (Ausschluss Down!) 1:1. 36. Damien Brunner 2:1. 39. Steinmann (Duri Camichel, Corsin Camichel) 3:1. 41. (40:58) Patrik Bärtschi 3:2. 43. Dupont (Patrick Fischer/Ausschluss Alston) 4:2. 51. Pittis (Monnet, Seger/Ausschluss Diaz) 4:3. 59. McTavish (Steinmann, Damien Brunner) 5:3. 60. (59:10) Diaz (Holden/Ausschluss Bühler) 6:3

Strafen: 11mal 2 plus 10 Minuten (Lüthi) gegen Zug, 16mal plus 2mal 10 Minuten (Reist, Bastl) gegen ZSC Lions

PostFinance-Topskorer: Holden; Patrik Bärtschi.

Zug: Markkanen; Patrick Fischer, Diaz; Dupont, Oppliger; Blaser, Kress; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; McTavish, Ruefenacht, Björn Christen; Steinmann, Di Pietro, Fabian Lüthi; Corsin Camichel, Duri Camichel.

ZSC Lions: Sulander; Reist, Suchy; Seger, Daniel Schnyder; Geering, Schelling; Pascal Müller; Kienzle; Gardner, Adrian Wichser, Monnet; Bastl, Alston, Bühler; Krutow, Down, Patrik Bärtschi; Micheli, Pittis, Kostovic.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Grauwiler, Stoffel und Sejna (alle überzählig) sowie Schommer und Trudel (verletzt), Zug ohne Snell (verletzt) sowie Boumedienne (überzählig). - 54. Pfostenschuss Steinmann.

Davos - Kloten Flyers 3:2 (3:1, 0:1, 0:0)

In der Serie führt Davos 2:1

Vaillant-Arena. - 6658 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Fluri/Müller

Tore: 1. (0:18) Taticek (Reto von Arx, Forster) 1:0. 3. Bürgler (Reto von Arx) 2:0. 4. Winkler (Wick) 2:1. 8. Reto von Arx 3:1. 35. Santala (Rintanen, Wick) 3:2

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 8mal 2 Minuten gegen Kloten Flyers

PostFinance-Topskorer: Reto von Arx; Santala.

Davos: Genoni; Tallarini, Forster; Ramholt, Grossmann; Back, Jan von Arx; Wellinger; Bürgler, Reto von Arx, Taticek; Widing, Marha, Setzinger; Carbis, Rizzi, Donati; Sciaroni, Lüssy, Joggi; Marc Wieser.

Kloten Flyers: Rüeger; Von Gunten, Forrest; Du Bois, Sidler; Winkler, Schulthess; Bell, Santala, Rintanen; Jenni, Liniger, Wick; Stancescu, Kellenberger, Rothen; Lindemann, Bodenmann, Hollenstein.

Bemerkungen: Davos ohne Guggisberg, Stoop und Dino Wieser sowie Salmonsson (überzähliger Ausländer), Kloten ohne Hamr, Welti und Zeiter (alle verletzt). - 3. Timeout Kloten. - 39. Pfostenschuss Taticek. - 47. Liniger verletzt ausgeschieden. - Kloten ab 59:19 ohne Torhüter.

Bern - Lugano 7:0 (1:0, 2:0, 4:0)

In der Serie führt Bern mit 3:0.

PostFinance-Arena. - 17 131 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kämpfer/Prugger, Abegglen/Kaderli

Tore: 15. Reichert (Roche, Vigier) 1:0. 25. Josi (Roche, Dubé/Ausschluss Helbling) 2:0. 38. Josi (Froidevaux, Pascal Berger) 3:0. 41. (40:33)Rüthemann (Goren, Martin Plüss) 4:0. 42. (41:23) Vigier (Dubé, Roche/Ausschluss Schlagenhauf) 5:0. 50. Josi (Jobin, Froidevaux/(Ausschlüsse Nummelin, Murray) 6:0. 51. Goren (Martin Plüss, Hänni/Ausschluss Murray) 7:0

Strafen: 9mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Beat Gerber, Martin Plüss) gegen Bern, 11mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Robitaille, Julien Vauclair) plus Spieldauer (Robitaille) gegen Lugano

PostFinance-Topskorer: Rüthemann; Robitaille.

Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Jobin, Hänni; Beat Gerber, Josi; Stettler; Vigier, McLean, Reichert; Goren, Martin Plüss, Rüthemann; Neuenschwander, Froidevaux, Pascal Berger; Tristan Scherwey, Dubé, Ziegler; Trevor Meier.

Lugano: Aebischer; Nummelin, Chiesa; Helbling, Hirschi; Oliver Kamber, Julien Vauclair; Nodari; Thomas, Conne, Murray; Hamilton, Robitaille, Domenichelli; Romano Lemm, Sannitz, Jörg; Näser, Romy, Tristan Vauclair; Schlagenhauf.

Bemerkungen: Bern ohne Chatelain, Fey, Gamache, Roland Gerber, Daniel Meier, Dominic Meier, Rytz und Vermin (alle überzählig). Lugano ohne Devereaux (verletzt), Akerman und Profico (beide überzählig).

Genève-Servette - Fribourg 3:4 (2:1, 1:1, 0:1, 0:1) n.V.

In der Serie führt Fribourg mit 2:1.

Les Vernets. - 7202 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Mandioni/Rochette, Wehrli/Wirth

Tore: 11. Salmelainen (Ausschluss Hürlimann!) 1:0. 17. (16:48) Toms (Goran Bezina/Ausschluss Mowers) 2:0. 17. (16:54) Benjamin Plüss (Sprunger, Bykow) 2:1. 25. Sprunger (Mowers, Lachmatow) 2:2. 31. Gobbi (Toms, Salmelainen/Ausschluss Collenberg) 3:2. 56. Casutt 3:3. 64. Jeannin (Knoepfli) 3:4

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 Minuten gegen Fribourg

PostFinance- Topskorer: Salmelainen; Mowers.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Gobbi, Goran Bezina; Vukovic, Malik; Höhener, Breitbach; Mercier; Toms, Rubin, Florian Conz; Déruns, Savary, Salmelainen; Rivera, Trachsler, Suri; Pivron, Hürlimann, Maurer; Barbero.

Fribourg: Caron; Ngoy, Birbaum; Collenberg, Marc Abplanalp; Lukas Gerber, Leuenberger; Loeffel, Voisard; Ouellet, Mowers, Lachmatow; Sprunger, Bykow, Benjamin Plüss; Casutt, Jeannin, Knoepfli; Lauper, Wirz, Botter.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Kolnik (gesperrt), Cadieux (verletzt); Fribourg ohne Heins (gesperrt), Aubin, Hasani, Leblanc, Ciaccio (alle verletzt). - Pfostenschuss Suri (20.). Erste Drittelspause nach 19:25 (Loch im Eis). Timeout Genève-Servette (37.).

NLA-Playoff-Skorerliste:

1. Ivo Rüthemann (Bern) 7 (4 Tore/3 Assists).

2. Romano Lemm (Lugano) 5 (5/0).

3. Tony Salmelainen (Genève-Servette) 5 (3/2).

4. Jean-Pierre Vigier (Bern) 5 (3/2).

5. Thomas Déruns (Genève-Servette) 5 (2/3).

6. Damien Brunner (Zug) 5 (2/3).

7. Micki Dupont (Zug) 5 (1/4).

8. Oliver Setzinger (Davos) 5 (1/4).

9. Josh Holden (Zug) 5 (1/4).

10. Lee Goren (Bern) 4 (3/1).

Deine Meinung