Aktualisiert 05.04.2007 12:44

Bern: Taxifahrer sollen freiwillig gute Nummern abgeben

Der Kanton Bern wird zu Gunsten seiner Staatskasse nun doch dreistellige Autonummern im Internet versteigern. Um die Nummern von den Taxifahrern zurückzuerhalten, setzt er nun auf ein ein Zückerchen anstatt auf Zwang.

Der Kanton lockt die Taxifahrer mit einer Prämie von bis zu 2000 Franken, damit sie die Nummern zurückgeben, der Tausch gegen eine «normale» Nummer ist zudem gratis, wie einer Mitteilung des kantonalen Amts für Information am Donnerstag zu entnehmen ist.

Ziel der beschlossenen Verordnungsänderung sei, möglichst viele der tiefen Nummern zurückzuhalten. Die Nummern sollen künftig im Internet gewinnbringend versteigert werden.

Regierung setzt auf Freiwilligkeit

Die dreistelligen Nummern waren im Kanton Bern bisher für den gewerbemässigen Personentranport reserviert. Mit dem Ziel, die tiefen Nummern zu versteigern, hatte die Regierung vor Jahresfrist eine gesetzliche Grundlage einführen wollen, um die Schilder bei den Taxifahrern einzuziehen.

Das Kantonsparlament hatte sich bei der Revision des Strassenverkehrsgesetzes jedoch schützend vor die Berufsgruppe gestellt und die Einziehung abgelehnt. Stattdessen setzt die Regierung nun auf Freiwilligkeit und lockt mit dem genannten Bonus.

Für die Taxihalter habe ein Wechsel den Vorteil, dass die normalen Nummern auch als Wechselschilder für Privatfahrzeuge eingesetzt werden können, heisst es im Communiqué des Kantons.

Auktion im Mai

Der Betrag, welchen der Kanton pro Schild bezahlt, werde sich nach der Attraktivität der Nummer bemessen, sagte Hanspeter Bütler, Chef der Abteilung Verkehrszulassung im SVA auf Anfrage. Die Autkion der dreistelligen Schilder beginne voraussicthlich im Mai, die Öffentlichkeit werde über den Start orientiert.

Zu erwarten ist, dass der Kanton aus der Versteigerung pro Nummer ein Mehrfaches der angebotenen 2000 Franken herausschlagen wird, welche er den Taxifahrern anbietet.

Zürich: Erklecklicher Betrag für Staatskasse

Im Kanton Zürich, der vierstellige Nummernschilder seit 1995 versteigert, gehen bereits vierstellige Nummern für mehrere 10 000 Franken über den Ladentisch. Der Kanton führte mit den Versteigerungen der Staatskasse in den letzten elf Jahren durchschnittlich deutlich über 700 000 Franken pro Jahr zu. (sda)

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