Aktualisiert 28.11.2004 21:33

Bern: Tschäppät neuer Stadtpräsident

Der Sozialdemokrat Alexander Tschäppät ist am Sonntag mit klarem Vorsprung auf seinen freisinnigen Gegenkandidaten Kurt Wasserfallen zum neuen Stadtpräsidenten gewählt worden.

Tschäppät, der 25 Jahre nach seinem Vater das Amt übernimmt, zeigte sich erfreut, dass nicht nur Rot-Grün-Mitte ihn gewählt hätten.

Das Berner Stimmvolk gab dem 52-jährigen Planungs- und Baudirektor Tschäppät 20.160 Stimmen, was einem Anteil von 61 Prozent entspricht. Der ehemalige SP-Nationalrat lag damit um 3.727 Stimmen über dem absoluten Mehr von 16.433 Stimmen. Er tritt nun die Nachfolge des Parteikollegen Klaus Baumgartner an, der seit 1993 als Stadtpräsident gewaltet hatte. Der einzige ernstzunehmende Gegner von Tschäppät, der 57-jährige Finanzdirektor und Nationalrat Wasserfallen, kam auf nur 11.462 Stimmen. Keine Chance hatte der 55-jährige grüne Stadtrat Daniele Jenni mit 1.242 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 49,9 Prozent.

Es freue ihn sehr, 25 Jahre nach seinem Vater das Amt des «Stapi» zu übernehmen, sagte Tschäppät im Berner Rathaus. Die Arbeit des Stadtpräsidenten sei in der wirtschaftlich angespannten Lage keine einfache Aufgabe. Er sei aber zuversichtlich, mit seinen vier Gemeinderatskollegen in einem Klima des Vertrauens zusammenarbeiten zu können. Als Präsident sei er sehr breit abgestützt, und es habe sich gezeigt, dass nicht nur die Wähler des Rot-Grün-Mitte-Bündnisses ihn gewählt hätten. Wasserfallen fand mehrere Gründe für sein Scheitern. Zum einen die ungemeine Popularität von Tschäppät. Zu anderen habe er im Gegensatz zu den letzten Wahlen, als er gegen Baumgartner angetreten war, nicht einen einzigen Stadtkreis gewinnen können. Auch spüre er noch immer die Nachwirkungen der Gemeinderatskrise, bei der er das Polizeiressort verloren habe. Schlieslich hätten ihn wohl die Lohnkürzungen für den Gemeinderat Sympathien gekostet.

(dapd)

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