National League A: Bern und Davos gewinnen, Fribourg verliert
Aktualisiert

National League ABern und Davos gewinnen, Fribourg verliert

Bern schlägt Lugano in einem hochklassigen Duell 3:2. Davos feiert gegen Ambri einen 6:0-Kantersieg. Fribourg verliert das erste Spiel der Ära Zenhäusern 1:4 gegen Genf.

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als/pbt

Der SC Bern feierte den vierten Sieg in Serie. Das Team von Guy Boucher bezwang Lugano 3:2 und fügte den Tessinern die erste Niederlage nach vier Erfolgen zu.

Bern und Lugano lieferten sich ein packendes und intensives Duell. Die Basis zum siebenten Sieg im achten Heimspiel der Saison legten die Gastgeber zu Beginn des zweiten Drittels. Nach genau 22 Minuten brachte Bud Holloway den SCB nur zwölf Sekunden nach Fredrik Petterssons (13. Saisontor) Ausgleich zum zweiten Mal in Führung. 188 Sekunden später erhöhte Verteidiger Sämi Kreis nach einem von Holloway provozierten Abpraller auf 3:1. Holloway hatte bereits beim 1:0 von Thomas Rüfenacht (2.) seinen Stock im Spiel gehabt.

Nach dem 1:3 besass Lugano die grosse Möglichkeit, schon früher den Anschlusstreffer zu erzielen, konnten die Bianconeri doch fünf Minuten in Überzahl agieren. Im Gegensatz zum ersten Powerplay an diesem Abend, als sie nach nur 55 Sekunden getroffen hatten, brachten die Tessiner in dieser Phase aber bloss einen mickrigen Torschuss zu Stande. Zwar holte Linus Klasen in der 44. Minute auf Vorarbeit von Pettersson das Verpasste nach, der Ausgleich blieb Lugano aber verwehrt.

Der Fünfminuten-Strafe war ein Foul von Beat Gerber an Julien Vauclair vorausgegangen. Für Luganos Verteidiger, der unglücklich am Knie getroffen wurde, war das Spiel nach dieser Aktion beendet - er scheint sich allerdings nicht schlimmer verletzt zu haben. Bereits in der siebenten Minute war 1:0-Torschütze Rüfenacht verletzt ausgeschieden. Der WM-Teilnehmer von Minsk, der auf diese Saison hin von Lugano zu Bern gewechselt hatte, lief in einen nicht geahndeten Check von Clarence Kparghai und musste mit der Bahre vom Eis getragen werden. Er zog sich eine schwere Hirnerschütterung zu. Auch SCB-Verteidiger David Jobin (Kopf) konnte das Spiel nicht beenden.

Servette - Fribourg: Missglücktes Debüt von Zenhäusern

Gerd Zenhäusern hat sein erstes Spiel als NLA-Trainer verloren. Der Walliser unterlag mit Fribourg-Gottéron auswärts gegen Genève-Servette 1:4.

Zenhäusern blieb vor seiner Premiere nur wenig Zeit, um mit seiner neuen Mannschaft zu arbeiten. Insofern konnte er nur «kleine Inputs» einfliessen lassen. Diese reichten jedoch nicht, um die vierte Niederlage in Folge zu verhindern. Auch unter Zehnhäusern präsentierte sich Fribourg hinten anfällig - Gottéron hat in keinem seiner nun 14 Saisonspielen weniger als drei Gegentreffer kassiert.

Zum Matchwinner beim höchsten Genfer Sieg in dieser Saison avancierte Goran Bezina. Nachdem sich der Verteidiger zum 1:0 (8.) und 2:1 (34.) seine Saison-Assists 11 und 12 hatte gutschreiben lassen, erzielte er in der 54. Minute zum 4:1 seinen ersten Treffer in der laufenden Spielzeit. Nur 172 Sekunden zuvor hatte Matt D'Agostini für die Zwei-Tore-Führung verantwortlich gezeichnet. Wie Arnaud Jacquemet beim 2:1 konnte D'Agostini alleine auf Gäste-Keeper Melvin Nyffeler losstürmen.

Auf den ersten Rückstand hatte Fribourg noch umgehend reagiert. Greg Mauldin glich nur 17 Sekunden nach dem 0:1 von Eliot Antonietti aus. Beide Tore waren Ablenker. Zu mehr reichte es Gottéron aber nicht, sodass es die fünfte Niederlage in den letzten sechs Duellen gegen Servette erlitt.

Rapperswil-Jona Lakers - Biel: Biel mit höchstem Saisonsieg

Biel kam bei den Rapperswil-Jona Lakers Biel mit einem 6:2 zum höchsten Saisonsieg und benötigte dafür nicht einmal ein Überzahltor. Sechs verschiedene Spieler waren für die Gäste erfolgreich.

Biel verdrängte dadurch das zuvor punktgleiche Ambri-Piotta aus den Playoff-Rängen. Die Lakers kassierten die zehnte Niederlage aus den letzten elf Spielen, während Biel nach drei Niederlagen das Eis erstmals wieder als Sieger verliess. Die Seeländer feierten zudem ihren erst zweiten Erfolg aus den letzten sechs Direktduellen gegen die Lakers.

Die Lakers waren einmal mehr schwach in eine Partie gestartet, die nur sporadisch NLA-Intensität erreichte. Trainer Anders Eldebrink beanspruchte bereits nach 13 Minuten sein Timeout, weil die Gastgeber durch unzureichende Defensivarbeit mit 0:2 in Rückstand gerieten. Ahren Spylo und Pär Arlbrandt nutzten die Unzulänglichkeiten eiskalt aus.

Die Fehlerquote der Gastgeber nahm trotz Timeout aber kaum ab. Zunächst mit einer Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Ausgerechnet in dieser Unterzahl-Phase besass der Topskorer der Lakers, Nicklas Danielsson, die bis dahin beste Tormöglichkeit der Lakers.

Biel erwies sich als effizienter. Der frühere Laker Matthias Rossi sowie Jan Mosimann erhöhten im Mitteldrittel vorentscheidend auf 4:0. Für den 20-jährigen Mosimann aus dem vierten Block von Biel war es das zweite Tor im 15. NLA-Spiel.

Bezeichnend für das Versagen der Lakers war, dass der erste Torerfolg von Benjamin Neukom zum zwischenzeitlichen 1:4 nur gerade 17 Sekunden später mit Gegentreffer Nummer 5 durch Claudio Cadonau beantwortet wurde. Für den Bieler Verteidiger war es das erste Saisontor.

Lausanne - Zug: Lausanne kämpfte glücklos

Der Lauf des Lausanne HC wurde in der Malley-Halle gestoppt. Lausanne unterlag dem EV Zug nach überlegen geführtem Spiel 1:3. Die Waadtländer kämpften diesmal glücklos.

Zugs Held war der Goalie Tobias Stephan. Erst mit dem 28. Lausanner Schuss liess sich Stephan viereinhalb Minuten vor Schluss durch Ossi Louhivaara zum 1:1-Ausgleich bezwingen. Danach musste der Keeper der Innerschweizer bloss noch einen weiteren Schuss abwehren. Die entscheidenden Goals fielen in der letzten Minute auf der anderen Seite.

55 Sekunden vor Schluss gelang Robbie Earl nach bemerkenswerter Vorarbeit von PostFinance-Topskorer Pierre-Marc Bouchard das 2:1. Es war bereits das zweite Zuger Konter-Goal nach dem Führungstor von Fabian Sutter nach 26 Minuten. Und 18 Sekunden nach dem 2:1 stellte der Internationale Reto Suri mit einem Schuss ins leere Lausanner Gehäuse den Zuger Auswärtssieg sicher.

Lausanne fehlten an diesem Abend die Tore, die ihnen zuletzt fast im Überfluss gelungen waren. Vor der Heimniederlage gegen Zug hatten die Romands vier Heimspiele hintereinander mit dem Skore von 19:5 für sich entschieden.

Davos - Ambri-Piotta: Problemlos zurück auf den Leader-Thron

Ohne jegliche Probleme stürmte der HC Davos wieder an die Tabellenspitze. Gegen den HC Ambri-Piotta resultierte ein unspektakulärer 6:0-Sieg.

Imposant verlief das einseitige Spiel nicht gerade. Viel spektakulärer lesen sich aber die Davoser Statistiken. Der HCD gewann auch sein achtes Heimspiel in dieser Saison. Im Schnitt erzielen die Davoser vor eigenem Publikum mehr als sechs Tore pro Spiel (49:17 Tore in Heimspielen). Leonardo Genoni kam mit nur 18 Paraden zu seinem zweiten Shutout in dieser Saison; der erste war ihm ebenfalls in einem Heimspiel gelungen (7:0 gegen Biel). Die Davoser waren Ambri-Piotta in allen Belangen extrem überlegen.

Am besten kam dies in jenen fünf Phasen zur Geltung, in denen die Davoser in Unterzahl spielen mussten. Während der fünf Powerplay-Chancen kam Ambri-Piotta bloss zu zwei Torschüssen. Bei den Leventinern ist derzeit im Offensivspiel definitiv der Wurm drin: Aus den letzten vier Partien resultierten vier Niederlagen und bloss zwei Törchen (Rapperswil-Jona 1:3, Bern 0:3, ZSC Lions 1:5, Davos 0:6).

Für die Offensive zeichneten sich bei Davos am Dienstag die Skandinavier verantwortlich. Perttu Lindgren erzielte das 2:0 und das 3:0; Dick Axelsson erhöhte im Schlussabschnitt innerhalb von 141 Sekunden von 3:0 auf 5:0. Axelsson liess sich vier Skorerpunkte gutschreiben, Lindgren drei. Das 1:0 und das 6:0 erzielte Marc Wieser, der dazwischen nach 35 Minuten noch mit einem Penalty an Sandro Zurkirchen scheiterte.

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Bern - Lugano 3:2 (1:0, 2:1, 0:1)

15'447 Zuschauer. - SR Stricker/Wiegand, Borga/Bürgi.

Tore: 2. Rüfenacht (Holloway, Furrer) 1:0. 22. (21:48) Pettersson (Ausschluss Plüss) 1:1. 23. (22:00) Holloway (Bertschy, Ritchie) 2:1. 26. Kreis (Holloway) 3:1. 44. Klasen (Pettersson) 3:2.

Strafen: 1mal 2 plus 5 Minuten (Gerber) plus Spieldauer (Gerber) gegen Bern, 1mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Ritchie; Pettersson.

Bern: Bührer; Gerber, Blum; Jobin, Gragnani; Krueger, Furrer; Randegger, Kreis; Alain Berger, Reichert, Pascal Berger; Kobasew, Plüss, Bertschy; Holloway, Ritchie, Rüfenacht; Loichat, Gardner, Scherwey.

Lugano: Manzato; Hirschi, Kparghai; Schlumpf, Vauclair; Chiesa, Kienzle; Kostner, McLean, Walker; Pettersson, Steinmann, Klasen; Walsky, Filppula, Kuonen; Dal Pian, Sannitz, Romanenghi.

Bemerkungen: Bern ohne Moser. Lugano ohne Maurer, Reuille, Murray, Fazzini, Balmelli und Ulmer (alle verletzt). - 1. Pfostenschuss Walker. - Verletzt ausgeschieden: 7. Rüfenacht, 27. Vauclair, im zweiten Drittel Jobin. - Timeouts: Bern (49.); Lugano (60.). - Lugano ab 58:58 ohne Goalie.

Genève-Servette - Fribourg-Gottéron 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)

6714 Zuschauer. - SR Kurmann/Wehrli, Fluri/Tscherrig.

Tore: 8. ( 7:14) Antonietti (Bezina) 1:0. 8. (7:31) Mauldin (Huguenin) 1:1. 34. Jacquemet (Bezina) 2:1. 51. D'Agostini 3:1. 54. Bezina (D'Agostini/Ausschlüsse Rubin; Kwiatkowski) 4:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.

PostFinance-Topskorer: Rubin; Sprunger.

Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Bezina; Trutmann, Marti; Vukovic, Ranger; Loeffel; Rubin, Tom Pyatt, Taylor Pyatt; D'Agostini, Romy, Kast; Simek, Rod, Jacquemet; Traber, Rivera, Gerber.

Fribourg-Gottéron: Nyffeler; Ngoy, Kwiatkowski; Montandon, Schilt; Helbling, Huguenin; Wildhaber; Sprunger, Dubé, Mottet; Fritsche, Wirtanen, Hasani; Mauldin, Pouliot, Monnet; Knutti, Ness, Brügger.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Mercier (verletzt), Picard und Lombardi (überzählige Ausländer). Fribourg-Gottéron ohne Plüss, Bykow, Abplanalp, Vauclair, Kamerzin (alle verletzt) und Tambellini (überzähliger Ausländer). - 1. NLA-Spiel von Knutti. - 23. Lattenschuss D'Agostini.

Rapperswil-Jona Lakers - Biel 2:6 (0:2, 1:3, 1:1)

Eisstadion. - 3998 Zuschauer. - SR Eichmann/Küng, Abegglen/Mauron.

Tore: 6. Spylo (Fey) 0:1. 13. Arlbrandt (Rossi, Rouiller) 0:2. 25. Rossi 0:3. 27. Mosimann (Ehrensperger) 0:4. 35. (34:00) Neukom (Rizzello) 1:4. 35. (34:17) Cadonau (Herburger, Ulmer) 1:5. 41. (40:58) Umicevic (Spylo) 1:6. 43. Fransson (Johansson, Danielsson) 2:6.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lakers, 3mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: Danielsson; Arlbrandt.

Lakers: Wolf (41. Huber); Fransson, Sataric; Hächler, Sven Berger; Weisskopf, Valentin Lüthi; Geyer; Friedli, Persson, Neukom; Rizzello, Obrist, Jordy Murray; Danielsson, Johansson, Hürlimann; Reto Schmutz, Heitzmann, Pedretti; Thibaudeau.

Biel: Simon Rytz; Wellinger, Gossweiler; Jelovac, Untersander; Cadonau, Fey; Nicholas Steiner, Rouiller; Arlbrandt, Wetzel, Rossi; Spylo, Haas, Umicevic; Ulmer, Kamber, Herburger; Mosimann, Peter, Ehrensperger.

Bemerkungen: Lakers ohne Frei, Flavio Schmutz, Nodari, Nils Berger und Punnenovs (alle verletzt) sowie Derrick Walser (überzählig), Biel ohne Olausson, Tschantré, und Meili (alle verletzt), Joggi (krank) sowie Christian Moser (überzählig). - 6. Pfostenschuss Fey. - 13. Timeout Lakers.

Lausanne - Zug 1:3 (0:0, 0:1, 1:2)

6065 Zuschauer. SR Kämpfer/Massy, Kohler/Progin.

Tore: 26. Fabian Sutter (Sondell) 0:1. 56. Louhivaara (Genazzi) 1:1. 60. (59:05) Earl (Bouchard, Tim Ramholt/Ausschlüsse Gobbi; Bürgler) 1:2. 60. (59:23) Suri (Grossmann/Ausschlüsse Gobbi; Bürgler) 1:3 (ins leere Tor).

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Louhivaara; Bouchard.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Jannik Fischer, Lardi; Philippe Rytz, Genazzi; Stalder; Florian Conz, Hytönen, Bang; Neuenschwander, Froidevaux, Benjamin Antonietti; Pesonen, Miéville, Louhivaara; Augsburger, Paul Savary, Simon Fischer; Herren.

Zug: Tobias Stephan; Tim Ramholt, Grossmann; Andersson, Sondell; Simon Lüthi, Alatalo; Erni; Bürgler, Earl, Bouchard; Martschini, Fabian Sutter, Suri; Lammer, Diem, Fabian Schnyder; Herzog, Dünner, Bertaggia; Björn Christen.

Bemerkungen: Lausanne ohne Genoway, Déruns, Seydoux (alle verletzt) und Ruzicka (überzähliger Ausländer), Zug ohne Holden (verletzt). Pfostenschuss Alatalo (14.). Timeout Lausanne (59:05).

Davos - Ambri-Piotta 6:0 (1:0, 2:0, 3:0)

3279 Zuschauer. SR Popovic/Vinnerborg, Espinoza/Kovacs.

Tore: 10. Marc Wieser (Kindschi, Félicien Du Bois) 1:0. 27. Lindgren (Axelsson) 2:0. 36. (35:54) Lindgren (Axelsson, Schneeberger) 3:0. 50. Axelsson (Lindgren, Corvi/Ausschluss Fuchs) 4:0. 52. Axelsson (Schneeberger, Koistinen) 5:0. 58. Marc Wieser (Dino Wieser) 6:0.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.

PostFinance-Topskorer: Lindgren; Giroux.

Davos: Genoni; Félicien Du Bois, Kindschi; Schneeberger, Koistinen; Samuel Guerra, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Gregory Hofmann, Lindgren, Axelsson; Simion, Corvi, Jörg; Sven Ryser, Reto von Arx, Sieber.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Gautschi, Kobach; Birbaum, Bouillon; Trunz, Sidler; Grieder, Chavaillaz; Daniel Steiner, Hall, Lhotak; Dostoinow, Aucoin, Giroux; Grassi, Schlagenhauf, Elias Bianchi; Duca, Fuchs, Lauper.

Bemerkungen: Davos ohne Samuel Walser, Forster, Paulsson und Sciaroni, Ambri-Piotta ohne O'Byrne, Zgraggen und Pestoni (alle verletzt). Zurkirchen hält Penalty von Marc Wieser (35:33).

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