Sparplan: Bern verkürzt die Badesaison

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SparplanBern verkürzt die Badesaison

Mit Müh und Not hat der Stadtberner Gemeinderat ein ausgeglichenes Budget 2011 zustande gebracht. Er scheute dabei auch nicht vor unpopulären Massnahmen zurück.

2011 wird auch Marzili-Bad zwei Wochen weniger den Sommer genossen.

2011 wird auch Marzili-Bad zwei Wochen weniger den Sommer genossen.

Die Freibäder der Stadt werden 2011 eine Woche später geöffnet und eine Woche früher geschlossen, wie Finanzdirektorin Barbara Hayoz am Donnerstag vor den Medien bekanntgab. Wieviel Geld damit gespart werden kann, war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Dieses Jahr begann die Badesaison am 1. Mai. «Wir hätten aber auch viel später öffnen können, angesichts des schlechten Wetters», gab Hayoz zu bedenken. Die Sparmassnahme sei zu verschmerzen.

Der Voranschlag 2011 sieht Aufwendungen und Erträge von je einer Milliarde Franken vor. Der Bilanzfehlbetrag kann nächstes Jahr nur um 12,5 Mio. Fr. reduziert werden - mehr ist nach Darstellung des Gemeinderats wegen der kantonalen Steuergesetzrevision und der konjunkturellen Lage nicht möglich.

Denn die Stadt geht davon aus, dass der Steuerertrag gegenüber dem Budget 2010 um rund 25 Mio. Fr. sinken wird. Allein die kantonale Steuergesetzrevision führe zu Mindereinnahmen von gut 10 Mio. Fr. bei natürlichen und juristischen Personen. Bei letzteren wirke sich zudem die Wirtschaftskrise negativ aus.

Disziplin bei den Ausgaben sei angesichts dessen unabdingbar, hiess es an der Pressekonferenz. So wird bei den städtischen Löhnen auf den Teuerungsausgleich verzichtet. Vor allem im Tiefbaubereich werden Investitionen verschoben, wobei es sich laut Hayoz nicht um Dringlichkeiten, sondern um «Nice-to-Have-Projekte» handelt.

Leistungsabbau

Zudem mussten die Direktionen insgesamt 10 Mio. Franken wegstreichen. Zum Teil taten sie dies durch den Abbau von Leistungen. Die Verkürzung der Badesaison gehöre dabei zu den kleineren Spar-Posten, wie Finanzverwalter Charles Pfister sagte.

Mehr bringe zum Beispiel der Verzicht auf die Durchführung autofreier Sonntage; so liessen sich 377'000 Franken sparen. Der Gemeinderat ist hier uneins mit dem Stadtrat, der erst vor drei Wochen bekräftigte, er wünsche jährlich zumindest zwei autofreie Sonntage.

Lage ist «kritisch»

Finanzdirektorin Hayoz warb vor den Medien für Verständnis für die Sparmassnahmen. Schon das laufende Jahr erweise sich als kritisch, betonte sie. Trotz bereits beschlossener Gegenmassnahmen drohe ein Defizit von bis zu zehn Millionen Franken.

(sda)

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