Schlamperei?: Bernaqua bleibt bis September geschlossen
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Schlamperei?Bernaqua bleibt bis September geschlossen

Der Grund für den Deckeneinsturz im Erlebnisbad Bernaqua ist noch nicht geklärt. Pfusch kann nicht ausgeschlossen werden. Die Betreiber behalten sich eine Klage vor.

von
meg

Aus einer Höhe von rund 15 Metern krachten am Abend des 12. April schallisolierte Deckenplatten im neuen Berner Erlebnisbad Bernaqua in die Tiefe. Im Bad befanden sich rund 1000 Personen. Ein Mann wurde verletzt aus den Trümmern gezogen und musste ins Spital gebracht werden, eine Frau wurde vor Ort medizinisch behandelt. Wie durch ein Wunder sind nicht mehr Personen zu Schaden gekommen.

Der Badebereich im Bernaqua ist seither geschlossen, die Aufarbeitung des Unglücks läuft seit dem 13 April auf Hochtouren. Jetzt liegen erste Erkenntnisse vor. Mängel im Tragwerk des Gebäudes, Korrosion der verwendeten Materialien und ein aussergewöhnliches Ereignis wie etwa die Erschütterung durch Erdstösse oder einen Helikopter-Überflug könnten «mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden», teilt die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit.

«Eine Kombination von Ursachen»

Nicht ausgeschlossen wird, dass Baupfusch zur Beinahe-Katastrophe geführt hat. Die Untersuchungen konzentrieren sich denn auch auf die Untersuchungen der Planung und Ausführung der Tragkonstruktion der abgehängten Decke. Dazu gehören Detailabklärungen und die Bewertung von möglichen Problemstellen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Staatsanwaltschaft geht nach bisherigem Kenntnisstand davon aus, dass eine Kombination mehrerer Ursachen zum Einsturz geführt haben. Die Staatsanwaltschaft hofft, dass Ende Juni weitere Ergebnisse präsentiert werden können.

Die Betreiberin des will die betroffene Deckenkonstruktion ersetzen. «So etwas darf nicht wieder vorkommen», sagte Anton Gäumann, CEO der Betreiberfirma Neue Brünnen AG, am Mittwoch vor den Medien. Das Deckensystem, aus dem sich im April Elemente gelöst hatten, wurde laut Gäumann nur in einem bestimmten Teil des Bades verwendet.

Schaden in Millionenhöhe

Diese rund 500 Quadratmeter grosse Fläche wird in den kommenden Monaten durch ein anderes Deckensystem ersetzt, wie Gäumann weiter ausführte. Geprüft würden derzeit auch Alternativen, bei denen gänzlich auf eine Deckenverkleidung verzichtet wird.

Laut Gäumann ist Bernaqua durch den Vorfall Schaden in Millionenhöhe entstanden. Die Bernaqua-Betreiberin behält sich eine Schadenersatzklage vor. Das Bad soll im September wieder eröffnet werden. (meg/sda)

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