Aktualisiert 31.01.2012 11:47

Nach Deckeneinsturz

Bernaqua steht vor der Wiedereröffnung

Der Deckeneinsturz der Berner Badehalle Bernaqua hat hohe Wellen geworfen. Nun sind die Reparaturarbeiten bald zu Ende. Die Neukonstruktion ist «grundlegend» anders.

Die nach einem Deckeneinsturz seit vergangenem April geschlossene Badehalle des Berner Erlebnisbads Bernaqua wird voraussichtlich Ende März wieder geöffnet. Denn nun ist die Baustelle zum Einbau der neuen Deckenkonstruktion freigegeben.

Die unabhängigen Experten zur vorsorglichen Beweisaufnahme im zivilrechtlichen Verfahren hätten ihre Arbeit gemacht, teilte die Betreiberin des Bads, die Neue Brünnen AG, am Dienstag mit. Nun stehe der geplanten Demontage der beschädigten Decke und dem Einbau der neuen Deckenkonstruktion nichts mehr im Weg.

Die Bauarbeiten starten unverzüglich. Die Neukonstruktion wird sich laut der Mitteilung «grundlegend» von jener unterscheiden, welche sich im vergangenen Jahr als nicht stabil genug erwies. Neu wird eine aus einzelnen kleinen Elementen bestehende und nach oben offene Unterdecke montiert. Diese hängt an neuen, stabilen Trägern.

Fünf Mio. Franken investiert die Neue Brünnen AG in die neue Decke. Das Bernaqua ist Teil des Einkaufszentrums Westside im Westen Berns. Die übrigen Bereiche des Einkaufszentrums und auch andere Teile des Erlebnisbads Bernaqua - Spa, Sauna, Beauty-Bereich usw. - sind normal offen.

Zwei Verfahren laufen

Der Deckeneinsturz im Bernaqua ereignete sich am 12. April 2011. Ein Teil der abgehängten Decke stürzte aus 15 Metern in die Tiefe. Ein Mann und eine Frau wurden verletzt, eine weitere Person erlitt einen Schock.

Der Unfall setzte zuerst ein strafrechtliches Verfahren in Gang. Ein Zwischenbericht der Empa im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass Planungs- und Montagefehler als Unfallursache im Vordergrund stehen.

Auch das Handelsgericht gab Ermittlungen in Auftrag, weil die mit dem Bau des Zentrums beauftragten Bauunternehmen im Sommer eine Klage in Millionenhöhe gegen die Neue Brünnen AG einreichten. Wegen dieser zweiten Klage kam es zu einer erneuten Untersuchung von Experten, die nun eben abgeschlossen ist.

Der wirtschaftliche Schaden für die Neue Brünnen AG werde aufgrund der fast einjährigen Schliessung der Badehalle etwa 50 Mio. Franken betragen. Das sagte am Dienstag Unternehmenschef Anton Gäumann auf Anfrage. Nebst dem zivilrechtlichen laufe auch das strafrechtliche Verfahren nach wie vor.

In der Mitteilung wird Gäumann vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Wiedereröffnung der Badehalle mit den Worten zitiert: «Wir sind jetzt erst einmal froh, dass ein Ende des langen Wartens in Sicht ist.» (sda)

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