Berner Jugend: Berner 15-Jährige sind vorbildlich fit

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Berner JugendBerner 15-Jährige sind vorbildlich fit

Stadtberner Achtklässler tragen Sorge zu ihrer Gesundheit. Sie haben weniger Übergewicht und konsumieren weniger Alkohol und Tabak als ihre Schweizer Altersgenossen. Trotzdem gibts noch viel zu tun.

Die Stadt lobt die Präventionsarbeit, sieht aber noch Handlungsbedarf.

Auf der Basis von schulärztlichen Daten der letzten zehn Jahre wurden das Gewicht, der Suchtmittelkonsum und die Berufswahl von 6900 15-Jährigen in der Stadt Bern untersucht. Die Ergebnisse attestieren den Jugendlichen ein gutes Gesundheitsverhalten.

Weniger Übergewichtige

So sind beispielsweise 80 Prozent der 15-Jährigen normalgewichtig, wie Maria Inés Carvajal vom Gesundheitsdienst der Stadt bei der Präsentation ihrer Studie am Freitag sagte. Angesichts der gesamtschweizerischen Statistik sei dies erfreulich, Allerdings gibt es auch in Bern eine leicht zunehmende Tendenz zu Übergewicht.

Erfreulich sei es weiter, dass immer weniger Jugendliche rauchen. Zur Zeit greifen noch sieben Prozent der 15-Jährigen regelmässig zum Glimmstängel. Schweizweit sind es fast doppelt so viele.

Weniger Raucher

Seit acht Jahren ist die Zahl der Raucher rückläufig. Der Trend setzte damit vier Jahre früher ein als in der gesamtschweizerischen Wertung. Jungen und Mädchen rauchen nun etwa gleich häufig, bei den Mädchen ist die Tendenz aber noch steigend.

Der Cannabiskonsum ist ebenfalls seit 2003 rückläufig, im Durchschnitt liegt er in Bern bei drei Prozent. Knaben kiffen mehr als Mädchen, die Geschlechter gleichen sich aber auch hier an.

Weniger Alkohol

Auch beim Alkoholkonsum schneiden die Berner Jugendlichen vergleichsweise gut ab. Der Konsum bleibt seit Jahren unter vier Prozent und ist damit stabil. Das ist drei bis vier Mal weniger als der gesamtschweizerische Wert. Ein Anstieg ist nicht erkennbar.

Bildungsdirektorin Edith Olibet würdigte die Präventionsarbeit der Stadt Bern. Sie zeige Wirkung, wie die Studie beweise. Dennoch ortet Olibet noch Handlungsbedarf. Jugendliche ausländischer Herkunft und Realschülerinnen und -schüler schneiden bei der Studie nämlich schlechter ab.

«Schutzfaktor» Sekundarschule

Besonders augenfällig sei der Einfluss des Schultyps auf das Gesundheitsverhalten. Die Sekundarschule sei eine «Art Schutzfaktor», so Olibet.

Dies werfe in Bezug auf die Chancengleichheit Fragen auf. Ausländische Jugendliche haben nämlich - unabhängig vom Bildungsstand ihrer Eltern - eine höhere Wahrscheinlichkeit, der Realschule zugewiesen zu werden.

Fokussierung auf Realschule

Für Olibet ist klar, dass die bisherigen Präventionsangebote, etwa der bewegungsfreundlichen Schule, weitergeführt werden. Man sei «auf dem richtigen Weg». Nötig sei aber eine zusätzliche Fokussierung auf die Zielgruppe der Realklassen.

Dies zeige sich auch in Bezug auf die Berufsfindung. Während zwar zwei Drittel aller Jugendlichen konkrete Berufsvorstellungen hätten, seien die Realschüler auch hier nicht gleich gut vorbereitet. Mit auf sie und ihre Eltern zugeschnittenen Projekten soll hier Abhilfe geschaffen werden.

(sda)

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