Gefährliches Abenteuer: Berner (27) fährt 5000 Kilometer alleine im Boot den Amazonas hinunter
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Gefährliches AbenteuerBerner (27) fährt 5000 Kilometer alleine im Boot den Amazonas hinunter

Janick Jaussi aus Bern bricht bald zu einer abenteuerlichen Reise auf. Alleine will er auf seinem Boot von Peru den Amazonas hinunterfahren. Vor Menschen hat er mehr Angst als vor Tieren.

von
Lucas Orellano
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Janick Jaussi will auf einem Boot den Amazonas hinunterfahren.

Janick Jaussi will auf einem Boot den Amazonas hinunterfahren.

Terrific Hate
Er hat es selber aus zwei Kanus in einen kleinen Katamaran umgewandelt.

Er hat es selber aus zwei Kanus in einen kleinen Katamaran umgewandelt.

Terrific Hate
So sah es Anfang Mai 2022 aus.

So sah es Anfang Mai 2022 aus.

Terrific Hate

Darum gehts

Es begann als Bieridee, wurde immer grösser und musste wegen Corona einige Rückschläge hinnehmen. Doch nun ist der Berner Janick Jaussi (27) bereits seit einem Jahr in Bello Horizonte (Peru). Von dort aus wird er am 20. Mai mit einem selber zusammengebauten Boot in den Amazonas stechen. «Der Amazonas hat mich tief beeindruckt, als ich das erste Mal hier war», sagt Jaussi zu 20 Minuten. Konsumreisen und Verbrauchergesellschaft sind ihm zuwider. «Ich will den Fluss selber erleben, in meinem Tempo», so Jaussi. Es geht ihm auch darum, zu zeigen, dass man nicht immer nur auf dem schnellsten Weg von einem Ort an den anderen kommt. «Es ist eine Art von bewusstem Reisen», sagt Jaussi.

Spenden für den Regenwald

Gleichzeitig will er sein Abenteuer nutzen, um etwas Gutes zu tun. Er sammelt für Terrific Hate – so heisst das Projekt – nämlich auch Spenden. Diese sollen aber nicht auf sein eigenes Konto fliessen, sondern an Esperanza Verde («Grüne Hoffnung»), ein Naturschutzprojekt in Peru, wo Jaussi die letzten Monate selber mitgearbeitet hat. 

Seinen Lebensunterhalt verdient sich Jaussi in der Schweiz – wenn er denn einmal da ist. Gelernt hat er ursprünglich Gestalter Werbetechnik. «Ich habe das grosse Glück, dass ich bei meinem Arbeitgeber immer wieder für ein paar Monate arbeiten kommen kann», sagt der Berner. «Wenn ich zu lange hier bleibe, verleidet es mir aber und ich gehe wieder reisen – mit dem Geld, das ich in der Zwischenzeit verdient habe.»

«Am Amazonas läuft vieles falsch»

Mit seiner Fahrt will er auch Aufmerksamkeit für die Abholzung des Amazonas generieren. «Was wir mit dem Urwald anstellen, ist unfassbar. Es läuft viel falsch, auch Dinge, die wir in der Schweiz beeinflussen können.»

Dass die 5000-Kilometer-Reise auf dem Amazonas nicht ungefährlich ist, ist dem Berner bewusst. «Vor den wilden Tieren habe ich gar nicht so Angst», sagt er. «Sorgen machen mir mehr die Menschen, denn auf dem Fluss sind zahlreiche Schmuggler unterwegs.» Jaussi hat sich überlegt, einen Hund mitzunehmen, verzichtete dann aber. «Ich kann doch nicht monatelang mit einem Hund unterwegs sein, und ihn dann in Brasilien zurücklassen», sagt er. Und den Hund in die Schweiz und auf seine zahlreichen Reisen mitnehmen, das möchte Jaussi nicht.

Doch ganz alleine wird er auf seinem Boot – einem Katamaran aus zwei verbundenen Kanus – nicht sein. «Ich nehme zwei Hühner als Haustiere mit», sagt Jaussi. «Einerseits, weil ich Eier mag, andererseits auch, damit ich immerhin ein bisschen Gesellschaft habe.»

Derzeit ist Jaussi mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt: einkaufen, SIM-Karte aufladen, seinem Boot den letzten Schliff geben. Am 20. Mai fährt er dann los. Ohne Motor, 5000 Kilometer den Amazonas hinunter nach Macapá.

Das ist «Terrific Hate»

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