Berner assen ihre Bären
Aktualisiert

Berner assen ihre Bären

Bis ins Jahr 1984 haben die Berner das Fleisch überschüssiger Bären aus dem Bärengraben gegessen.

Ihre Tatzen sollen als besondere Delikatesse gegolten haben, erzählt Tierpark-Direktor Bernd Schildger aus der Geschichte. Das Bärenessen habe eine lange Tradition gehabt. «Überschüssige Bären, junge und alte, hat der Wildhüter erschossen. Dann wurden sie gemetzget», berichtet der pensionierte Emil Hänni, der 27 Jahre als Bärenwärter im Bärengraben gearbeitet hatte. Das Fleisch sei in Restaurants und Metzgereien in Bern verkauft worden. Zu Überschüssen mit entsprechendem Platzmangel kam es fast alle Jahre, weil die Bären sich unkontrolliert fortpflanzten. Konnte dann kein Platz in einem Park für sie gefunden werden, landeten sie im Topf. Aber extra gezüchtet für den Verzehr wurden die Bären laut Hänni nie. Der Brauch fand auf Grund zunehmender Reklamationen ein Ende. «Die Leute wollten nicht mehr, dass das Berner Wappentier gegessen wird», sagt Hänni. Bern wurde 1191 von Herzog Berchthold V. von Zähringen gegründet. Laut einer Legende taufte er den Ort Bern, weil er hier einen Bären getötet hatte. (dapd)

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