14.10.2016 05:43

Spins BEBerner Biobauer setzt auf das «Korn der Inkas»

Der Berner Biobauer Stefan Brunner pflanzt auf seinem Hof Quinoa an. Trotz katastrophaler Ernte in diesem Jahr hält er am hippen Anden-Kraut fest.

von
Simon Ulrich
Stefan Brunner hat heuer zehn Mal so viel Quinoa gesät wie letztes Jahr.

Stefan Brunner hat heuer zehn Mal so viel Quinoa gesät wie letztes Jahr.

ZVG

Heuer war es bereits eine Hektare – zehn Mal mehr als letztes Jahr: Biobauer Stefan Brunner aus Spins bei Aarberg hat zum zweiten Mal Quinoa angebaut. Das Pseudogetreide – Quinoa ist ein Gänsefussgewächs wie Spinat und Randen – erlebt derzeit einen weltweiten Boom.

«Es ist ein sehr gesundes und leicht verdauliches Nahrungsmittel, enthält viel Eiweiss, alle essentiellen Aminosäuren, ist glutenfrei und schnell zubereitet», so Brunner im «Bieler Tagblatt». Deshalb finde es vor allem bei jungen Leuten Anklang, die sich bewusst ernähren und die sich qualitativ hochwertige Produkte leisten können.

Nachfrage wäre gross, Angebot aber viel zu klein

Für den Biobauer ist klar: Auch für Produzenten in der Schweiz könnte Quinoa, von der UNO 2013 zur Kulturpflanze des Jahres gekürt, attraktiv sein. Das «Korn der Inkas» wird seit 6000 Jahren in den Anden oberhalb einer Höhe von 4000 Metern, angebaut – also in einem rauen, kühlen Klima. «Die Chancen stehen gut, dass Quinoa auch in der Schweiz problemlos gedeiht», sagt Brunner.

Noch gibt es kein Quinoa aus Brunners Produktion in den Shops zu kaufen. Wer die Körnchen will, muss in seinen Hofladen gehen. «Die Nachfrage wäre zwar da, wir Schweizer Produzenten können aber noch nicht liefern, weil wir uns alle noch in der Versuchsphase befinden», sagt Brunner.

Bald jeder dritte Betrieb mit Quinoa

Während solcher Versuchsphasen kann es auch zu Rückschlägen kommen, wie Brunners diesjährige Ernte zeigt. Aufgrund der feuchten Bedingungen im Sommer fiel sie buchstäblich ins Wasser. «Auf der zehnfachen Fläche konnten wir weniger ernten als letztes Jahr», so der vierfache Familienvater. 2016 könne man daher gar nicht in die Auswertungen miteinbeziehen.

Dies ist für Brunner jedoch kein Grund, die Flinte ins (Quinoa-)Korn zu werfen. Der Biobauer will mit dem Anbau fortfahren und glaubt, dass der Boom anhalten wird. «Wenn sich der Anbau in der Schweiz wie in den letzten zwei Jahren weiterentwickelt, wird vielleicht schon bald auf jedem dritten Ackerbaubetrieb Quinoa produziert.»

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