«Es war einfach brutal, brutal, brutal» - Berner Bordellchef soll attackiert und in laufende Sauna gesperrt worden sein
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«Es war einfach brutal, brutal, brutal»Berner Bordellchef soll attackiert und in laufende Sauna gesperrt worden sein

Nach einem heftigen Streit stehen zwei ehemalige Geschäftspartner vor Gericht. Der Angeklagte betitelt die Beschuldigung lediglich als Räubergeschichte.

von
Zoé Stoller
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Weil er das Bordell auf seinen Namen haben wollte, soll ein Mann seinen Geschäftspartner malträtiert haben.

Weil er das Bordell auf seinen Namen haben wollte, soll ein Mann seinen Geschäftspartner malträtiert haben.

Pixabay (Symbolbild)
Der ehemalige Clubbetreiber soll in die laufende Sauna im Keller des Bordells in Kleidern und Lederjacke niedergedrückt worden sein.

Der ehemalige Clubbetreiber soll in die laufende Sauna im Keller des Bordells in Kleidern und Lederjacke niedergedrückt worden sein.

Nicole Philipp/Tamedia AG
Nun stehen die beiden vor Gericht, der Angeklagte weist alle Anschuldigungen zurück.

Nun stehen die beiden vor Gericht, der Angeklagte weist alle Anschuldigungen zurück.

Nicole Philipp/Tamedia AG

Darum gehts

  • Ein Geschäftspartner soll zusammen mit zwei Männern einen Bordellbetreiber eingesperrt haben.

  • Letzterer sei vollständig bekleidet bei hoch aufgedrehter Temperatur in einer Sauna niedergedrückt worden.

  • Sollte das Gericht das Urteil gegen den mutmasslichen Täter fällen, müsste dieser das Land für fünf Jahre verlassen.

Ein Bordellbetreiber aus dem Emmental soll von seinem Geschäftspartner und zwei ihm unbekannten Männern in die Sauna im Keller seines eigenen Clubs gezerrt worden sein. Während sich abwechslungsweise einer der drei Männer auf den Gefangenen setzte und ihn niederdrückte, drehten sie die Temperatur im Dampfbad auf. Das mutmassliche Opfer war vollständig bekleidet und trug eine Lederjacke, in welcher es rund eine halbe Stunde lang aushalten musste, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

Der einzige Ausweg sei laut dem Clubbetreiber die Überschreibung des Bordells an den Geschäftspartner gewesen. Erst nachdem er dieser Forderung zugestimmt habe, sei er von den Tätern freigelassen worden. Nun, zweieinhalb Jahre nach dem Vorfall, stehen die beiden ehemaligen Geschäftspartner vor Gericht.

Räubergeschichten?

«Es war einfach brutal, brutal, brutal», sagte der einstige Bordellbetreiber zum Richter. Weiter äusserte er seine Angst um seine Familie. Der Angeklagte behauptet, die «Räubergeschichte» sei erfunden. Das mutmassliche Opfer habe bereits am Vortag des Geschehens die Überschreibung des Clubs unterzeichnet, weil es zwischen ihnen nicht mehr gepasst habe, später habe er seine Meinung wieder geändert. Daraufhin habe es eine Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben, es seien jedoch keine weiteren Personen am Geschehen beteiligt gewesen.

Das Gericht verkündet am Mittwoch, ob es sich beim Fall um Freiheitsberaubung handelt oder ob der gebürtige Österreicher freigesprochen wird. Sollten die Richter zugunsten des ehemaligen Bordellbetreibers entscheiden, würde der Täter einen fünfjährigen Landesverweis erhalten. Obschon er mittlerweile wieder in Österreich lebt, hätte dieses Urteil möglicherweise den Verlust seines Jobs als Lastwagenfahrer zur Folge, weil er oft hierzulande unterwegs ist.

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