Grosse Pläne: Berner Cheerleader wollen in den USA begeistern
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Grosse PläneBerner Cheerleader wollen in den USA begeistern

Die Capital Hornets wollen die USA aufmischen: Das Berner Team will an die Weltmeisterschaft reisen und in Orlando sein Können zeigen.

von
Sonja Mühlemann
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Das Seniorteam der Capital Hornets will die Schweizermeisterschaft gewinnen und dann an die WM nach Orlando reisen.

Das Seniorteam der Capital Hornets will die Schweizermeisterschaft gewinnen und dann an die WM nach Orlando reisen.

Ihre Kostüme lassen sie sich von einer Spezialfirma in Deutschland liefern.

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Gwenol Grandperrin
Die Capital Hornets an der WM 2014 in den USA.

Die Capital Hornets an der WM 2014 in den USA.

Full-up, Frontpike und Partnerstunt: Die Cheerleader der Capital Hornets üben fleissig an ihren Akrobatiknummern. Am kommenden Wochenende will das Seniorteam der Sporthalle Weissenstein Bern ihren Schweizermeistertitel verteidigen und hofft auf viel Unterstützung aus dem Publikum. «Durch einen Sieg würden wir das Ticket an die Weltmeisterschaft in Orlando lösen», sagt Headcoach Anina Berger.

Diese findet im April 2016 im Disney World in den USA statt und ist das Mekka des Cheerleadings. Die 6000 weltbesten Sportler aus aller Welt reisen für das Kräftemessen an.

Trainer reisen aus den USA an

Das Seniorteam aus Bern versuchte sein Glück bereits einmal in Florida, machte aber in der Länderwertung den letzten Platz. «Es war eine überwältigende Erfahrung überhaupt mitmachen zu können. Für Schweizer Verhältnisse holten wir in der Klub-Kategorie mit dem 20. von 24 Plätzen ein gutes Ergebnis», so die 25-Jährige. Beim nächsten Mal soll mehr herausschauen. «Das Cheerleading ist in der Schweiz noch im Aufbau und wir müssen hart arbeiten, um international mithalten zu können. Länder wie die USA und Kanada sind uns da voraus.»

Damit es mit einer besseren Platzierung klappt, wird einmal pro Monat ein Trainingswochenende abgehalten. Sieben Stunden am Tag wird dann geübt. «Um uns auszubilden, reisen extra Choreographen aus Kanada an», sagt Headcoach Berger.

Cheerleading hat sich in Bern etabliert

Das Cheerleading sei harter Sport und bewege sich weit ab von Klischees, wie man sie aus US-amerikanischen Filmen kenne. Man müsse an seine körperlichen Grenzen gehen wollen – mit nettem Lächeln und Pompomsschütteln sei es nicht getan. «Bei uns können alle Sportbegeisterten mitmachen – auch ohne Modelmasse und blondem Pferdeschwanz.»

Zweimal pro Woche üben die 17 Frauen und sechs Männer in der Länggasse Jumps (Sprünge vom Boden), Teammitglieder werden durch die Luft geworfen und aufgefangen, Pyramiden werden gebaut und Saltos gemacht. «Man muss sehr vielseitig sein, um mitmachen zu können. Einerseits braucht man Kraft um die anderen anheben oder stützen zu können. Gleichzeitig muss man aber auch als Flyer beweglich sein und eine gute Ausstrahlung haben», sagt Berger. Die Faszination mache aber auch etwas anderes aus: «Man muss unglaubliches Vertrauen in die anderen Teammitglieder haben, schliesslich fangen sie einen auf, wenn man durch die Luft fliegt.»

In der Schweiz gibt es rund 700 Cheerleader, die vor allem in grösseren Städten wie St. Gallen oder Genf aktiv sind. Anina Berger baute in Bern das Cheerleading in den vergangenen acht Jahren mit auf. Den Berner Cheerleadern gehören mittlerweile vier Teams mit insgesamt 98 aktiven Sportlern an, die jüngsten Cheerleader sind erst fünf Jahre alt. Das Seniorteam der Capital Hornets unterstützt die American Footballer der Bern Grizzlies an den Heimspielen.

Interessierte Männer und Frauen können sich via Webseite bei den Capital Hornets melden.

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