Kannenpflanzenfrosch - Berner entdeckt neue Froschart in den Regenwäldern Borneos
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KannenpflanzenfroschBerner entdeckt neue Froschart in den Regenwäldern Borneos

Ein Forschungsteam hat in den tropischen Regenwäldern Borneos mehrere Exemplare des Kannenpflanzenfroschs gefunden. Mitten drin: Stefan Hertwig vom Berner Naturhistorischen Museum.

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Zu sehen bekommen ihn nur die wenigsten: Des Kannenpflanzenliebhabers Lebensraum findet sich in einem unzugänglichen Bergregenwald auf Borneo.

Zu sehen bekommen ihn nur die wenigsten: Des Kannenpflanzenliebhabers Lebensraum findet sich in einem unzugänglichen Bergregenwald auf Borneo.

Chien Lee
Entdeckt hat den winzigen Frosch ein internationales Forschungsteam um Stefan Hertwig vom Berner Naturhistorischen Museum. 

Entdeckt hat den winzigen Frosch ein internationales Forschungsteam um Stefan Hertwig vom Berner Naturhistorischen Museum.

NMBE/Schäublin
Der Kannenpflanzenliebhaber zählt zu den Ruderfröschen, zu denen beispielsweise auch der in Japan beheimatete waldgrüne Laubfrosch Rhacophorus arboreus (Bild) gehört.

Der Kannenpflanzenliebhaber zählt zu den Ruderfröschen, zu denen beispielsweise auch der in Japan beheimatete waldgrüne Laubfrosch Rhacophorus arboreus (Bild) gehört.

Wikipedia/Alpsdake

Darum gehts

  • Ein internationales Forschungsteam um Stefan Hertwig, Leiter und Kurator Herpetologie des Naturhistorischen Museums Bern, hat in Südostasien eine neue Froschart entdeckt.

  • Der Lebensraum des Kannenpflanzenliebhabers befindet sich in einem unzugänglichen Bergregenwald auf der Insel Borneo.

  • Die Ökologie des Froschs ist eng mit der Kannenpflanze verbunden.

Die tropischen Regenwälder auf Borneo sind biologische Schatzkammern: Nach Angaben des WWF leben 222 Säugetier-, 622 Vogel-, 400 Amphibien- und 394 Fischarten auf der drittgrössten Insel der Welt.

Ein Forschungsteam um Stefan Hertwig vom Naturhistorischen Museum Bern hat nun eine «aussergewöhnliche neue Froschart» entdeckt, wie das Museum vermeldet: Auf drei Expeditionen konnten mehrere Exemplare des Kannenpflanzliebhabers gefunden werden. Der winzige (25 und 30 Millimeter) und recht unscheinbare Frosch hält sich bevorzugt auf den fleischfressenden Kannenpflanzen auf.

«Die männlichen Frösche sitzen nachts auf den Kannen und locken mit lauten Rufen die Weibchen zur Paarung», schreibt das Museum in seiner Mitteilung. Die ungewöhnlich großen Eier werden in der Flüssigkeit der Kannenpflanze abgelegt, in der die geschlüpften Kaulquappen schliesslich ihre Entwicklung vollenden. «Sie ernähren sich dabei ausschliesslich vom Nährstoffvorrat in ihrem Darm, weshalb sie nur ein winziges Mäulchen ohne Zähnchen haben.»

Profitabel für beide Seiten

Von der neu entdeckten Symbiose würden sowohl die Pflanze als auch der Frosch profitieren: «Die Kaulquappen liefern der Pflanze mit ihren Ausscheidungen Nährstoffe. Die Pflanze wiederum bietet einen exklusiven, geschützten Raum für die Entwicklung der Kaulquappen.» Im gemeinsamen Habitat beider Arten seien Nährstoffe und geeignete Gewässer Mangelware.

Der Lebensraum von Frosch und Pflanze befindet sich laut dem Museum in einem unzugänglichen Bergregenwald auf 2100 Metern über Meer mit dichter Vegetation, moosbehangenen Bäumen, vielen Niederschlägen und kühlen Temperaturen. In der Nähe einer kleinen Siedlung im Pulong Tau Nationalpark wurde der Frosch das erste Mal gefunden. Der Frosch gehört zu den sogenannten Ruderfröschen, tropischen Baumbewohnern, die mit 431 Arten in Afrika und Asien verbreitet sind.

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(sul)

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