Heisser Sommer: Berner entsorgen mehr Bauabfall illegal in Wäldern

Aktualisiert

Heisser SommerBerner entsorgen mehr Bauabfall illegal in Wäldern

In Berner Wäldern wurden in diesem Sommer mehr Bauschutt und Baumaterialien illegal entsorgt. Die Fachstelle für Umweltdelikte ermittelt.

von
Andrea Muff
Im Sommer 2015 fand die Kapo Bern mehr Bauschutt und weggeworfene Renovationsmaterialien.

Im Sommer 2015 fand die Kapo Bern mehr Bauschutt und weggeworfene Renovationsmaterialien.

Der schöne Sommer lud nicht nur zum Baden ein, sondern auch zum Renovieren in den eigenen vier Wänden. Praktisch hierfür war vor allem das trockene Wetter – die Heimwerker-Könige wurden nicht durch plötzliche oder tagelange Regengüsse unterbrochen. Danach wurden aber die Farbkübel, Betonreste oder Ziegelsteine nicht fachgerecht entsorgt, sondern landeten im nahen Wald.

«Wir sind diesen Sommer vermehrt auf Bauschutt und weggeworfene Materialien in Wäldern gestossen», bestätigt Markus Stauffer, Leiter der Fachstelle für Umweltdelikte bei der Kapo Bern. Die Überbleibsel der Renovationen wurden teilweise kilometerweit in die Wälder gekarrt und dort abgelegt. «Im Sommer haben die Leute mehr Zeit für ihre Bauarbeiten in den eigenen vier Wänden», sagt Stauffer.

Ganze Kücheneinrichtung im Wald

Das gehöre heute leider bereits zur Normalität. «Im Sommer fällt auch ein Auto im Wald weniger auf als zum Beispiel im Winter, wenn alles verlassen ist», so Stauffer. Einmal habe er sogar eine ganze Kücheneinrichtung im Wald gefunden. Für die illegale Mülldeponie werden meist schwer einsehbare Stellen aufgesucht.

Der Grund für das unkonventionelle und illegale Abladen von Bauschutt könnte in der Profitgier und «Geiz ist geil»-Mentalität zu finden sein. «Damit kann man ein paar Franken sparen», stellt Stauffer fest.

Doch sobald die Fachstelle für Umweltdelikte eingreifen muss, handelt es sich um ein Offizialdelikt und endet mit einer Anzeige: «Diese Ermittlungen sind meist langwierig», sagt Stauffer. Im Gegensatz zu Littering, dort werden Verfehlungen mit einer Ordnungsbusse abgestraft. Genaue Zahlen für das Jahr 2015 zu den Umweltdelikten wurden noch nicht erfasst.

Mehr Abfall in der Stadt Bern

Aber auch in der Innenstadt Berns ist mehr Abfall gefunden worden als vergangenes Jahr: «Auch bei uns ist der Grund, dass es heuer mehr sonnige Tage gab als letztes Jahr», sagt Martin Schneider, Leiter Strassenreinigung im Tiefbauamt der Stadt Bern. So finden die Reinigungskräfte vor allem bei der Auswasserungsstelle in der Nähe des Marzili-Bades immer wieder kaputte oder liegen gelassene Gummiboote. «Zum Teil wurden die Boote auch zuerst aufgeschlitzt und dann weggeworfen», sagt Schneider.

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